Volksmusiksängerin Maria Hellwig, von vielen als „Jodelkönigin“ verehrt, ist bereits 2010 im Alter von 90 Jahren in einer Klinik nahe ihres oberbayerischen Wohnorts Reit im Winkl gestorben. Ihre Familie gab den Tod auf der gemeinsamen Internetseite von Maria und Tochter Margot bekannt: „In tiefer Trauer teilen wir mit, dass Maria Hellwig am 26. November 2010 um 22.50 Uhr verstorben ist“, so die Angehörigen.

Die Sängerin war zuletzt fast erblindet und hatte sich nach mehreren Stürzen nicht mehr erholt. Eine lange, kräftezehrende Krankheitsgeschichte ging damit zu Ende.

Letzte Jahre: Stürze, Klinikaufenthalte und Schmerzen

In den Monaten vor ihrem Tod war Maria Hellwig gesundheitlich stark angeschlagen. Besonders belastend waren starke Rückenschmerzen nach einem erneuten Sturz, mit denen sie trotzdem noch ihren 90. Geburtstag im Kreis von Familie und Freunden feierte.

Jahrzehntelange Leidensgeschichte nach Unfällen

Bereits seit Anfang der 1990er-Jahre kämpfte die Sängerin mit schweren gesundheitlichen Rückschlägen. 1992 brach sie sich nach einem Sturz an ihrem Fischteich Schulter und Arm und musste zwei Wochen im Krankenhaus behandelt werden, so „Bild“.

1996 erlitt sie nach dem Tod ihres Mannes einen Augeninfarkt – tragisch, da sie schon von Geburt an schlecht sehen konnte. 2006 verletzte sie sich bei einem Sturz im Garten schwer an der Wirbelsäule, ein Jahr später rutschte sie im Bad aus und zog sich Prellungen und Blutergüsse zu.

Kurz vor ihrem 90. Geburtstag wurde ihr nach einem weiteren Sturz ein künstliches Schultergelenk eingesetzt, wie „Bild“ weiter berichtete.

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Margot und Maria Hellwig waren ein bekanntes Volksmusik-Duo.

Vom Bauerntheater zur „Grande Dame“ der Volksmusik

Maria Hellwig wurde 1920 in Reit im Winkl als Maria Neumaier geboren und stand bereits mit fünf Jahren auf der Bühne des örtlichen Bauerntheaters. Nach einer Ausbildung zur Verkäuferin nahm sie Gesangsunterricht und sammelte erste Bühnenerfahrung an der Hamburger Volksoper, wo sie in Operetten wie „Das Land des Lächelns“ und „Paganini“ auftrat.

Wieder zurück in Bayern wurde sie vom Jodelsänger Franzl Lang für das Münchner „Platzl“ entdeckt. 1957 folgte die erste Schallplatte, bald darauf Engagements bei Rundfunk und Fernsehen. Mit ihrer Tracht, meist im Dirndl, wurde sie zum Sinnbild volkstümlicher Musik.

TV-Erfolge, Auszeichnungen und Duo mit Tochter Margot

Ab den 1970er-Jahren prägte Maria Hellwig das deutsche Fernsehen. Ihre ZDF-Reihe „Die Musik kommt“ lief zehn Jahre lang und machte sie einem Millionenpublikum vertraut. Später moderierte sie mit Tochter Margot Formate wie „Heimatmelodie“ und „Servus, Grüezi und Hallo“. Gemeinsam traten die beiden auch beim Grand Prix der Volksmusik an.

Insgesamt entstanden über 180 Schallplatten und CDs. Für ihr Lebenswerk erhielt die Künstlerin zahlreiche Ehrungen, darunter die „Krone der Volksmusik“ und den Ehren-Bambi. Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Friedhof ihrer Heimatgemeinde Reit im Winkl – dort bleibt die Erinnerung an eine der prägenden Stimmen der Volksmusik lebendig.