Fast 35 Jahre lang standen die Schwestern Anita und Alexandra als Geschwister Hofmann gemeinsam auf der Bühne, später als Duo Anita und Alexandra Hofmann. Sie feierten große Schlager-Erfolge, räumten Preise wie die Krone der Volksmusik und die Goldene Stimmgabel ab – und galten als eingespieltes Team. Umso größer war der Einschnitt, als beide 2022 ihre Solo-Karrieren starteten.
Hinter der professionellen Fassade verbargen sich jedoch Spannungen, unterschiedliche Bedürfnisse und ein wachsender Wunsch nach Selbstbestimmung.
Alexandra erklärt ihren Solo-Weg
Alexandra beschrieb ihren Schritt in die Eigenständigkeit als bewusste Entscheidung für ein neues Kapitel. Kurz vor ihrem 50. Geburtstag 2024 erzählte sie gegenüber „Schlagerprofis“, dass sie heute andere Themen in ihrer Musik verarbeiten möchte: Sie sei Familienmutter mit zwei pubertierenden Söhnen und habe „fast 50 Jahre Lebenserfahrung“, die sie ihrem Publikum weitergeben wolle.
Ihr Leben sei „sehr bewegt gewesen“, mit schönen und schweren Phasen, aus denen sie ihren Optimismus schöpfe. Genau diese persönliche Tiefe wolle sie stärker in ihre Songs einfließen lassen – ohne sich an frühere Kompromisse im Duo anpassen zu müssen.
Alexandra über Kompromisse und Kontrolle im Duo
Rückblickend machte Alexandra deutlich, wie stark die künstlerischen Kompromisse im gemeinsamen Projekt waren. Die Schwestern hätten „35 Jahre lang“ aufeinander zugehen müssen, weil sie unterschiedlich ticken und verschiedene Stimmen haben. Eine Stimme habe sich immer ein Stück weit der anderen anpassen müssen, schilderte sie.
Mit ihrer Solo-Musik verfolgte sie deshalb einen klaren Anspruch: Sie wolle „nicht nur Mainstream-Schlagersongs veröffentlichen“, sondern auch eine Botschaft transportieren. Um unabhängig zu bleiben, gründete sie sogar ein eigenes Label.
Wenn sie eine Idee habe, wolle sie keinen „langen Apparat“ hinter sich, der sie ausbremst – ein deutlicher Hinweis darauf, wie wichtig ihr heute künstlerische Kontrolle und Selbstbestimmtheit sind.
Anita Hofmann spricht über Schock und Selbstzweifel
Für Alexandras Schwester Anita Hofmann war die Trennung zunächst ein tiefer Einschnitt. „Mir ist alles um die Ohren geflogen und ich wusste plötzlich nicht mehr, wer ich bin“, sagte sie im Gespräch mit „SuperIllu“. Sie habe sich gefühlt, als sei sie „nur noch die Hälfte wert“. Über Jahrzehnte kam sie sich oft fremdbestimmt vor, ihr Körper reagierte mit schwerer Neurodermitis und Magersucht.
Zudem enthüllte Anita im Interview über die Trennung: „Ich habe nicht den ersten Schritt getan. Das war schon Alexandra mit der Übernahme unserer gemeinsamen Firma bereits im Jahr 2021, wie man öffentlich im Handelsregister nachlesen kann. Ich tauche darin nicht mehr auf. Das war so Alexandras Wunsch.“
Anita nutzt den Neuanfang als Chance
Anita schilderte, dass ihre Schwester im Duo den dominanten Part übernommen habe, während sie selbst immer mehr Selbstzweifel entwickelte. Der Satz „Sei einfach nur schön“ habe sie geprägt: Sie sollte funktionieren, Musik machen, während andere entschieden. Positive Erfahrungen, mit all ihren Facetten wahrgenommen zu werden, hätten ihr gefehlt. Über ihr Leben als Schlager-Star im Geschwister-Duo schreibt Anita ebenfalls in ihrer Biografie - die offenbar auch ihre Schwester gelesen hat.
Der „SuperIllu“ sagte Alexandra: „Ich freue mich, dass Anita endlich die Vergangenheit aufarbeitet. Ich gebe zu, dass dieses Buch nicht spurlos an mir vorbeigeht. Ich war ja mit dabei und durchlebe alles gefühlt noch einmal. Es waren schöne – aber auch teilweise sehr schwere Zeiten dabei. [...] Ich habe vor allem in dieser Zeit versucht, Anita zu entlasten. Deswegen war sie oft bei der Organisation nicht dabei. Mich hat diese Verantwortung, die ich sehr oft alleine tragen musste, fast erdrückt.“
Trotz der bewegten Vergangenheit und dem Verständnis, das die Schwestern füreinander aufbringen können, bleibt das Verhältnis distanziert. Laut „Neue Post“ verriet Anita 2025: „Wir sehen uns kaum. Sie macht ihr Ding, ich mach‘ meins.“ Die Hoffnungen auf ein mögliches Comeback der Geschwister Hofmann dürfte bei den Fans damit schwinden.