Als Schlagersängerin Monica Morell 1972 „Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an“ veröffentlicht, trifft sie mitten ins Herz des deutschsprachigen Publikums. Statt über Romantik und Glücksgefühle, singt sie in dem Hit über eine junge Frau, die ihren Freund nach einem Motorradunfall verliert.
Die letzten Zeilen „Dein Tommy, der kehrt nie mehr heim“ machen den Titel zu einer der traurigsten Balladen der Schlagergeschichte.
Monica Morell stürmt die Hitparaden
Der Erfolg von „Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an“ ist enorm. In der Schweiz steht Monica Morell über Wochen an der Spitze der Charts, in Deutschland schafft sie es bis in die vorderen Ränge und bleibt dort lange präsent. Der Hype um den Song öffnet der jungen Künstlerin Türen in große TV-Shows.
Mehrfach ist sie in der „ZDF-Hitparade“ mit Dieter Thomas Heck zu sehen und wird auch in die Kultsendung „Disco“ eingeladen. So entwickelt sich die Sängerin rasch zu einem der wichtigsten Schlager-Stars der Schweiz.
Melancholische Schlager und ausbleibende Erfolge
Nach dem Durchbruch setzt Monica Morell weiter auf nachdenkliche und oft traurige Lieder. In Deutschland schaffen Songs wie „Bitte glaub’ es nicht“, „Später, wann ist das?“, „Hallo, ist denn hier keiner“, „Danny, mein Freund“ und „Ich“ mehrere respektable Platzierungen in der Hitparade.
Zuhause in der Schweiz bleibt ein weiterer grosser Charterfolg jedoch aus. 1973 hofft die Sängerin, mit „Bitte glaub es nicht“ die Schweiz beim Eurovision Song Contest zu vertreten, doch den Zuschlag erhält Patrick Juvet. Die wiederholten Rückschläge im Musikgeschäft führen dazu, dass Monica Morell Ende der 1970er-Jahre ihre Musikkarriere beendet und sich neuen beruflichen Wegen zuwendet.
Legende um Tommy und tragische Parallelen
Rund um ihren größten Hit „Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an“ hält sich zudem lange das Gerücht, der Song beruhe auf einer Geschichte, die die Sängerin selbst erlebte. Freunde von Monica Morell stellen 2009 in der Sendung „Doppelpunkt“ aber klar, dass die Geschichte erfunden ist und der Titel eigentlich sogar für eine andere Sängerin vorgesehen war.
Umso erschütternder wirkt die Wendung ihres Privatlebens: 1982 nennt Monica Morell ihren Sohn Tommy, inspiriert von ihrem Kult-Song – und verliert ihn wenig später an den plötzlichen Kindstod, wie SRF berichtet. Ihre Ehe zerbricht unter der Last dieses Verlustes. Für viele Fans wirkt es, als hätte sie das Schicksal ihres Liedes auf tragische Weise eingeholt.
Krankheit, Rückzug und viel zu früher Tod
Nach dem Abschied von der Bühne arbeitet Monica Morell zunächst als Wirtin und ist später in einem Auktionshaus tätig. Doch gesundheitlich geht es der Künstlerin immer schlechter. Sie erkrankt an einer schweren Nervenkrankheit und später an Krebs. Monica Morell verstirbt schließlich 2008 im Alter von nur 54 Jahren.