Die Schlagerwelt trauert um Gerd Leienbach. Der Sänger, Moderator und Komiker ist im Alter von 79 Jahren gestorben, wie das Portal „schlagerprofis.de“ meldet. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt. Leienbach galt als einer der kreativsten Köpfe der deutschen Unterhaltung, der in mehreren Medien zuhause war: auf der Bühne, im Radio und im Fernsehen. Mit seiner Mischung aus Schlager, Humor und Parodie prägte er eine ganze Ära – und hinterlässt nun eine spürbare Lücke in der Szene.
Sein Freund und Kollege, der Radiomoderator Ecki Stieg, bestätigt den tragischen Verlust via Facebook: „Mit großer Bestürzung habe ich soeben erfahren müssen, dass Gerd Leienbach verstorben ist. Neben Torsten Römling war er mein Ziehvater, Lehrer und Mentor bei radio ffn, hat mich motiviert und an mich geglaubt, als ich es selbst (noch) nicht tat. Ich verdanke ihm unendlich viel und ich hätte ihm das gerne nochmal persönlich gesagt. [...] Ich bin zutiefst erschüttert und traurig“, heißt es in seinem Statement.
Iljan Darc: Gerd Leienbachs Anfänge im Schlager
Gerd Leienbach startete in den Siebzigerjahren als Schlagersänger unter dem Künstlernamen Iljan Darc durch. Ab 1972 veröffentlichte er mehrere Titel, darunter seine Debütsingle „Mädchen komm“. Der Song war eine deutschsprachige Version des britischen Hits „Mouldy Old Dough“ der Band Lieutenant Pigeon aus demselben Jahr. Mit dieser frühen Phase legte Leienbach den Grundstein für seinen Ruf als wandlungsfähiger Entertainer.
Duo „Fix & Fertig“: Parodien werden Kult
Einen besonderen Platz in der Schlagergeschichte sicherte sich Leienbach Ende der Achtzigerjahre mit dem Duo Fix & Fertig, das er 1988 gemeinsam mit Produzent Axel Breitung gründete. Mit unterhaltsamen Parodien bekannter deutschsprachiger Hits trafen sie den Nerv der Zeit und feierten große Erfolge. Bis zur Auflösung 1990 veröffentlichte das Duo das Studioalbum „Fix & Fertig“ und weitere Songs. Kultstatus erreichten Songs wie „Der blonde Hans von der Bundesbahn“ und die Matthias-Reim-Parodie „Verdammt, ich schieb dich“.
Radiostar bei SWF3: Schwarzwaldelch und Kultfiguren
Mitte der Siebzigerjahre wurde die Karriere von Gerd Leienbach noch vielseitiger als er als Radiomoderator auftrat. Beim damaligen SWF3 mauserte er sich zu einer prägenden Stimme des Senders. Besonders legendär: Er erfand den Schwarzwaldelch, der bis heute als Markenzeichen mit dem Programm verbunden ist. Doch es blieb nicht beim Logo. Leienbach kreierte Radio-Comics mit Figuren wie Knut Buttnase und Herr Schniepelpuhl, die zu Kultfiguren wurden und ganze Hörergenerationen prägten.
TV-Erfolge in „Bananas“ und weitere Stationen
Im Fernsehen war an Gerd Leienbach ebenfalls kein Vorbeikommen. Von 1981 bis 1984 gehörte er zum Ensemble der ARD-Show „Bananas“. Dort stand er mit Stars wie Frank Zander, Olivia Pascal und Herbert Fux vor der Kamera und überzeugte als Comedian und Sketch-Darsteller. Parallel dazu blieb er dem Radio treu und arbeitete später auch für die Sender RPR1 und RPR Zwei.