Matthias Reim (68) hat sich mit deutlichen Worten zur jungen Generation im Schlager geäußert. Der 68-Jährige sagte in einem Interview, dass es vielen Newcomern aus seiner Sicht an Individualität fehle. Gerade dieser Punkt sei für eine lange Karriere entscheidend. Reim gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Namen des Genres und landete 1990 mit „Verdammt, ich lieb’ Dich“ seinen großen Durchbruch.
Matthias Reim vermisst Ecken und Kanten im Schlager
Nun sprach er darüber, warum sich viele Nachwuchskünstler seiner Ansicht nach zu wenig voneinander abheben und weshalb es heute zugleich schwerer geworden ist, sich mit einem eigenen Stil durchzusetzen. Im Mittelpunkt seiner Kritik steht die musikalische Ähnlichkeit vieler neuer Acts. „Wenn ich mir die Newcomer im Schlager anschaue, dann ist das alles sehr ähnlich. Immer die gleichen Sounds und Beats“, sagte Matthias Reim laut schlager.de.
Für ihn reicht ein gefälliger Sound allein nicht aus. Er betonte, dass man sich nur dann wirklich behaupten könne, wenn man klar anders auftrete als andere. Damit knüpfte der Sänger an seine eigene Laufbahn an, in der Wiedererkennbarkeit und ein eigener Stil eine große Rolle spielten.
Spotify, TikTok und Instagram erschweren den Einstieg
Reim beließ es nicht bei der Kritik an aktuellen Songs, sondern sprach auch über die Bedingungen der Branche. Künstlerinnen und Künstler mit eigener Handschrift hätten es heute schwerer, in die wichtigen Abläufe des Musikgeschäfts hineinzukommen. Als Beispiele nannte er Plattformen wie Spotify, YouTube, Instagram und TikTok.
Dort müssten sich neue Namen erst einmal behaupten. Seine Aussage zielt damit nicht nur auf die Musik selbst, sondern auch auf die Strukturen, in denen Karrieren heute entstehen. Der Sänger sieht darin zusätzliche Hürden für alle, die nicht nach einem ähnlichen Muster klingen wollen.
Fernsehen war für Reim früher das große Sprungbrett
Zu Beginn seiner Karriere lief der Weg nach oben noch anders. Damals sei das Fernsehen der entscheidende Ort gewesen, um ein großes Publikum zu erreichen. „Wir mussten unbedingt eine Fernsehsendung kriegen“, sagte er gegenüber schlager.de. Reim erinnerte daran, wie groß die Reichweiten damals gewesen seien.
Wer einmal etabliert war, konnte mit einer neuen Single durch mehrere TV-Shows ziehen und auf einen Schlag Millionen Menschen erreichen. Im Vergleich zu den heutigen digitalen Plattformen beschreibt er damit ein System, das direkter funktionierte und für Schlagerstars eine enorme Sichtbarkeit brachte.
Neues Album erschienen, Musical bleibt vorerst liegen
Auch in seiner eigenen Karriere gibt es aktuell Bewegung. Sein Studioalbum „Flashback“ erschien am 18. September 2026. Gleichzeitig liegt das geplante Musical zu „Verdammt, ich lieb’ Dich“ weiter auf Eis. Gescheitert ist das Projekt aber nicht. Der Grund ist sein voller Terminkalender, denn Reim befindet sich seit zwei Jahren auf Tour.
Dem Musical will er sich voraussichtlich 2028 wieder widmen. Parallel machte auch Privates Schlagzeilen: Er verkaufte seine zwölf Motorräder und trennte sich zudem von seinem Boot am Bodensee.