Mit dem Tod von König Harald Ende August haben sich die Rollen in Norwegens Königsfamilie neu verteilt. Haakon wurde vom Kronprinzen zum König, seine Tochter Ingrid Alexandra rückte zur Kronprinzessin auf. Auch für Königin Sonja änderte sich der Status.
Die 89-Jährige behielt zwar ihren Königinnentitel, verlor aber die Anrede „Ihre Majestät“, die sie seit Haralds Thronbesteigung 1991 getragen hatte. Zudem zählt sie nicht mehr zum eigentlichen Königshaus, sondern wird nur noch als Teil der Königsfamilie geführt. Inzwischen steht fest, wer diese Linie im Protokoll festlegte.
König Haakon traf die Protokollentscheidung
Der Palast hat klargestellt, dass König Haakon die Entscheidung selbst traf. Kommunikationschefin Guri Varpe erklärte dazu laut Aftenposten: „König Haakon hat eine Linie im norwegischen Königshaus weitergeführt, mit begrenzter Verwendung von königlichen Anredeformen.“
Demnach tragen nur Mitglieder des Königshauses weiter Anreden wie „Ihre Majestät“ oder „Ihre königliche Hoheit“. Andere Mitglieder der königlichen Familie werden mit ihren Titeln angesprochen, also etwa als Königin, Prinz oder Prinzessin.
Im Ausland gelten jedoch andere Regeln: „Das bedeutet, dass Königin Sonja im Englischen weiterhin als 'Ihre Majestät Königin Sonja' bezeichnet werden kann, während Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise als 'Eure Hoheit' bezeichnet werden können“, so der Palast.
Sonja steht nun bei den übrigen Familienmitgliedern
Die Neuordnung zeigt sich auch auf der offiziellen Website des norwegischen Königshauses. Dort zählen nun Haakon, Mette-Marit und Kronprinzessin Ingrid Alexandra zum Königshaus. Sonja wird dagegen unter den übrigen Mitgliedern der Königsfamilie geführt. In derselben Gruppe stehen auch Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise.
Der Palast erklärte dazu, dass zum Königshaus jeweils der amtierende Monarch mit Ehepartner sowie die nächsten Erben der kommenden Generationen mit ihren Ehepartnern gehören.
Offizielle Termine trotz verändertem Status
Ganz aus dem öffentlichen Leben verschwindet Sonja trotz der Herabstufung nicht. Am Montag, dem 12. Oktober, besuchte sie das Nationalarchiv in Oslo. Ein weiterer offizieller Termin ist noch für Ende des Monats geplant. Gerade das sorgt in Norwegen für Diskussionen, weil bisher als Regel galt, dass nur Royals mit der Anrede „Majestät“ oder „Königliche Hoheit“ das Königshaus nach außen vertreten.
Neue Bezeichnung „Königsmutter“ löste Verwirrung aus
Schon zuvor hatte es Unklarheit um Sonjas Rolle gegeben. Nach dem Verlust der Anrede führte der Palast kurzzeitig die Bezeichnung „Königsmutter“ für sie ein. Erstmals wurde diese am 23. September 2026 in einer Mitteilung zur Beisetzung von Prinzessin Astrid genutzt.
Laut Aftenposten, gilt diese Formulierung jedoch als sprachlich problematisch. Adelsexperte Trond Norén Isaksen hielt den Begriff für falsch, weil „Königinmutter“ die korrekte Bezeichnung für eine Königin wäre, die Mutter des amtierenden Monarchen ist.