Lange galt Sofía als das stille Mädchen an der Seite ihrer berühmten Schwester. Während Leonor als Thronfolgerin von früh an im Rampenlicht stand, lernte Sofía, sich im Hintergrund zu halten. Bei offiziellen Auftritten trug sie sogar bewusst flache Schuhe, damit sie ihre kleinere Schwester nicht überragt – Sofía ist mit 1,81 Metern rund zehn Zentimeter größer als Leonor. Eine Geste, die viel über die Rollenverteilung in dieser Familie verrät.
Doch mit ihrem 19. Geburtstag scheint endgültig eine neue Ära begonnen zu haben. Aus dem zurückhaltenden Mädchen ist eine selbstbewusste junge Frau geworden, die ihren eigenen Weg geht – und die ihn weit weg von Madrid sucht.
Sofía von Spanien: Studium statt Uniform
Im Herbst 2025 hat Sofía einen Schritt gewagt, den ihre Schwester Leonor so nicht gehen durfte. Statt einer dreijährigen Militärausbildung wie die Thronfolgerin entschied sich die Infantin für ein Bachelor-Studium in Politikwissenschaft und Internationalen Beziehungen am Forward College, einer privaten Eliteschule mit Standorten in Lissabon, Paris und Berlin.
Drei Jahre, drei Städte, drei Kapitel. In Lissabon hat sie begonnen, danach geht es nach Paris, das letzte Studienjahr verbringt sie ausgerechnet in Berlin-Kreuzberg – mitten im quirligen Wrangelkiez. Eine Welt, die kaum weiter vom Zarzuela-Palast entfernt sein könnte.
Infantin Sofía: Endlich anonym im Alltag
Was viele nicht wissen: In Spanien wird Sofía auf Schritt und Tritt erkannt. In Berlin oder Lissabon kann sie zum ersten Mal in ihrem Leben einfach Studentin sein. Mit Hoodie und Cap durch die Straßen schlendern, im Park mit Kommilitonen abhängen, ohne dass jemand zückt das Handy zückt.
Sofía spricht fließend Englisch, lernt zusätzlich Portugiesisch, Französisch und Deutsch. Das Studium kostet rund 18.500 Euro pro Jahr – die Gebühren übernehmen ihre Eltern. Mit dieser Wahl tritt sie in die Fußstapfen ihres Vaters: König Felipe absolvierte einst seinen Master in Internationalen Beziehungen an der renommierten Georgetown University in Washington.
Sofía von Spanien: Das Schwesternband bleibt
Trotz der räumlichen Distanz: Zu Leonor pflegt Sofía nach wie vor ein außergewöhnlich enges Verhältnis. Nur 1,5 Jahre trennen die beiden, und sie wuchsen fast wie Zwillinge auf. Die spanische Psychologin Lara Ferreiro, die das Königshaus seit Jahren beobachtet, beschreibt Sofía als charismatisch, loyal und perfektionistisch.
Ferreiro spricht offen davon, dass die junge Infantin am sogenannten „Prinzessinnen-Syndrom" leide – dem ständigen Druck, perfekt sein zu müssen, obwohl sie immer nur die Nummer zwei sein wird. Eine Bürde, die ihr niemand abnehmen kann.
Die Infantin und ihre neue Rolle
König Felipe selbst hat 2024 deutlich gemacht, dass er auch auf seine jüngere Tochter setzt. Die Kontinuität der Monarchie werde durch Leonor gesichert, doch auch Sofía werde „viel helfen müssen", erklärte der Monarch. Mit der Volljährigkeit im vergangenen Jahr verlieh ihr der Vater bereits das Großkreuz des Ordens Isabellas der Katholischen – eine der höchsten Ehrungen Spaniens.
Wenn Sofía nun ihren 19. Geburtstag feiert, dann nicht im großen Rampenlicht, sondern wohl in privatem Rahmen. Genau so, wie sie es liebt. Eine junge Frau, die endlich aus dem Schatten tritt – nicht laut, sondern leise. Aber bestimmt.