Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen ist bei einem offiziellen Termin erstmals mit Sauerstoffgerät in der Öffentlichkeit aufgetreten. Der Auftritt der 52-Jährigen wurde in sozialen Medien und Kommentarspalten schnell diskutiert. Während viele Mitgefühl und Respekt äußerten, warfen andere ihr vor, mit dem sichtbaren Hilfsmittel Mitleid erzeugen zu wollen, sogar von einem „PR-Stunt“ war die Rede.

Lungen-Experte Magne Wang Fredriksen widerspricht Kritik

Magne Wang Fredriksen, der Generalsekretär der norwegischen Herz- und Lungenvereinigung LHL, hat Mette-Marit nun deutlich verteidigt. In einem Beitrag für die norwegische Zeitung „Aftenposten“ machte er deutlich, man müsse „bei der Medizin bleiben, nicht beim Misstrauen“.

Der Experte stellte klar, dass ein Sauerstoffgerät „kein rhetorischer Kunstgriff“ sei, sondern eine „ernste medizinische Realität“.

Weiter erklärte er: „Sauerstoff wird nicht verabreicht, weil sich jemand ein wenig kurzatmig fühlt. Er wird verabreicht, weil der Sauerstoffgehalt im Blut zu niedrig ist.“

Damit richtet sich seine Kritik vor allem gegen jene Stimmen, die den öffentlichen Auftritt der Kronprinzessin als Inszenierung deuteten.

Mette-Marit lebt seit Jahren mit Lungenfibrose

Die Lungenerkrankung der Kronprinzessin ist seit 2018 bekannt. Bei einer Lungenfibrose wird gesundes Gewebe nach und nach durch Narbengewebe ersetzt, wodurch die Lunge verhärtet und der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Eine mögliche Transplantation wurde Ende 2025 vom Palast selbst thematisiert.

Empfang in Oslo zeigt Mette-Marits Pflichtbewusstsein

Bei besagtem Auftritt im Palast in Oslo empfing Mette-Marit gemeinsam mit Kronprinz Haakon sowie den Kindern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus die norwegischen Sportlerinnen und Sportler der Paralympischen Winterspiele.

Dass die Familie nahezu geschlossen erschien, war erst kurz zuvor bekannt geworden. Mette-Marit nahm trotz ihrer gesundheitlichen Belastung an dem Empfang teil und saß mit den Gästen am Tisch. Gerade dieser Einsatz wurde von vielen als Zeichen gewertet, wie wichtig ihr ihre Aufgaben innerhalb des Königshauses weiterhin sind.

Jesper Pedersen schildert respektvollen Eindruck

Alpinskifahrer Jesper Saltvik Pedersen, der bei dem Empfang dabei war, sprach anschließend gegenüber „Dagbladet“ sehr wertschätzend über die Begegnung. Die Kronprinzessin habe sich interessiert nach den Erlebnissen der Athletinnen und Athleten erkundigt und auch nach seinem Goldmedaillen-Erfolg gefragt.

Besonders eindrücklich blieb ihm ihr Umgang mit der eigenen Situation: „Sie kam mit einer Sauerstoffflasche heran. Es war beeindruckend zu sehen, dass sie sich dadurch nicht von ihren Pflichten als Mitglied der königlichen Familie abhalten ließ.“