Kronprinzessin Mette-Marit ist zurück auf der royalen Bühne – doch ihre Rückkehr in offizielle Termine wird in Norwegen intensiv diskutiert. Nachdem Ende Januar ihre früheren Kontakte zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein öffentlich geworden waren, hatte sie sich zunächst aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen.

In der vergangenen Woche nahm sie dann wieder einen Termin wahr: Beim Staatsbesuch des belgischen Königspaars erschien sie gemeinsam mit Kronprinz Haakon. Gerade dieser Auftritt hat die Frage neu entfacht, ob der Zeitpunkt für ihre Rückkehr richtig gewählt war.

Mette-Marit spaltet das Land mit Comeback

Eine aktuelle InFact-Umfrage von der norwegischen Zeitung Nettavisen mit 1080 Interviews vom 30. März zeigt ein deutlich geteiltes Bild. 40 Prozent der Befragten bewerten es negativ oder sehr negativ, dass Mette-Marit wieder Norwegen in offiziellen Zusammenhängen repräsentiert.

18,5 Prozent äußern sich weder positiv noch negativ. Zugleich gibt es weiter Rückhalt: 11,3 Prozent sind positiv eingestellt, 21,4 Prozent sogar sehr positiv. Weitere 8,2 Prozent gaben an, keine klare Meinung zu haben. Damit steht fest: Die Debatte um die Kronprinzessin ist längst nicht abgeschlossen.

Tove Taalesen nennt die Lage ein Tauziehen

Königshaus-Expertin Tove Taalesen wertet die Zahlen als ernstes Signal für das Ansehen der Kronprinzessin. „Das ist für eine Kronprinzessin weitaus ernster als für jede andere öffentliche Person. Am interessantesten ist hier jedoch die Spaltung. Dies ist kein Volk, das geschlossen hinter ihr steht. Es ist ein Volk, das gespalten ist. Und eine Monarchie hält viel aus, aber sie hält es schlecht aus, ein Konfliktpunkt zu sein", so Tove Taalesen laut Nettavisen.

Gleichzeitig betonte sie auch, dass die Unterstützung nicht verschwunden sei: „Das ist kein völliger Zusammenbruch, es ist ein Tauziehen", sagte Tove Taalesen.

Der Palast hält sich bei der Debatte zurück

Vom norwegischen Königshaus selbst gibt es zu den Umfragewerten keine inhaltliche Reaktion. Auf Anfrage hieß es lediglich, dass man Meinungsumfragen grundsätzlich nicht kommentiere. Gerade diese Zurückhaltung dürfte die Diskussion weiter anheizen. In Norwegen geht es damit nicht nur um ihre Person, sondern auch um Vertrauen, Kommunikation und die Belastbarkeit der Monarchie. Der jüngste Auftritt war also mehr als ein gewöhnlicher Pflichttermin.