Am Mittwoch wird der verstorbene König Harald V. in Oslo beigesetzt. Tausende Menschen begleiteten den Trauerzug, im Dom wurden rund 930 Gäste erwartet. Doch der Blick richtet sich auch auf Königin Mette-Marit. Die 53-Jährige befindet sich knapp drei Monate nach einer Lungentransplantation weiter in der Genesung und hatte erst vor wenigen Tagen mit Komplikationen zu kämpfen.

Trotzdem ist sie bei der Trauerfeier erschienen. Für den Ablauf wurde jedoch eine besondere Regel getroffen, die ihre Teilnahme möglich machen sollte.

Mette-Marit fährt mit Königinwitwe Sonja zum Dom

Während König Haakon VIII., Kronprinzessin Ingrid Alexandra, Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise dem Sarg zu Fuß vom Schloss zum Osloer Dom folgten, wurde Mette-Marit gemeinsam mit Königinwitwe Sonja im Wagen gefahren. So sollte die körperliche Belastung für die neue Königin geringer ausfallen.

Zugleich wurde vermieden, dass sie sich inmitten der Menschenmenge einem Infektionsrisiko aussetzt. Nach der Trauerfeier und einer privaten Zeremonie auf der Festung Akershus soll sie mit der Familie zum Schloss zurückkehren und dort auch auf dem Balkon erscheinen.

Komplikationen zwangen die Königin schon zu einer Absage

Wie angespannt die Lage zuletzt war, zeigte sich am 1. September. Damals sagte die Norwegerin ihre Teilnahme kurzfristig ab, als ihr Mann vor dem Parlament seinen Eid ablegte. Der Hof teilte mit, dass nach der Transplantation Komplikationen aufgetreten seien und sie deshalb medizinisch beobachtet werden müsse. Welche Probleme genau vorlagen, wurde nicht öffentlich gemacht.

Mette-Marits Anwesenheit bei der Trauerfeier ist deshalb keine Selbstverständlichkeit. Gerade nach dem jüngsten Ausfall stand offen, in welchem Rahmen sie den Tag bewältigen kann.

Gesundheitsexpertin warnt vor Infektionen nach Lungentransplantation

Marthe Gundersen vom norwegischen Herz-Lungen-Verband LHL verwies auf die Risiken in dieser frühen Phase nach dem Eingriff. Nach einer Lungentransplantation erhalten Patienten Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, damit das Organ nicht abgestoßen wird.

„Die größte Gefahr ist eine Ansteckung, insbesondere mit Atemwegsinfektionen“, sagte Gundersen laut Dagbladet. Solche Infektionen könnten für Transplantierte schwerer verlaufen als für andere Menschen. 

Ein langer Tag mit Gottesdienst, Festung und Balkontermin

Neben möglichen Infektionen spielt auch die Belastung des Tages eine Rolle. Transportwege, Wartezeiten, viel Bewegung, Menschenmengen und die emotionale Anspannung können sich häufen. Gundersen erklärte, dass die Aktivität nach einer solchen Operation schrittweise gesteigert werden müsse und ausreichende Pausen wichtig seien.