Eine Stunde länger schlafen, aber früher dunkel: Am 25. Oktober endet die Sommerzeit und es gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit. Der Tag hat damit 25 Stunden, im Frühjahr geht diese Stunde wieder verloren. Ob es die letzte Umstellung ist, ist offen, denn die Abschaffung hängt seit Jahren fest. Die nächste Sommerzeit beginnt nach den Kommissionsterminen am 28. März 2027.
Warum es 2026 so früh ist
Die EU-Regel legt das Ende der Sommerzeit auf den letzten Sonntag im Oktober. Der 25. Oktober ist der frühestmögliche Kalendertag dafür. 2020 war es ebenfalls der 25., 2025 der 26., 2027 folgt der 31. Oktober. Die Europäische Kommission hat im März 2026 verbindliche Sommerzeittermine für 2027 bis 2031 veröffentlicht: Die Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März und endet am letzten Sonntag im Oktober, 2027 also vom 28. März bis 31. Oktober. Ein Termin für eine Abschaffung ist darin nicht genannt.
Warum die Abschaffung hängt
Die Kommission schlug das Ende der Umstellung im September 2018 vor. Bei einer Online-Konsultation sprachen sich damals rund 84 Prozent von etwa 4,6 Millionen Teilnehmern dafür aus, die Befragung war nicht repräsentativ. Das Europäische Parlament stimmte im März 2019 mit 410 zu 192 Stimmen bei 51 Enthaltungen zu und sah ein Ende bis spätestens 2021 vor.
Seither fehlt die Position der Mitgliedstaaten: Der Rat hat sich nicht auf eine gemeinsame Linie geeinigt. Jedes Land könnte dauerhaft Sommer- oder Normalzeit wählen, doch dann droht ein Flickenteppich von Zeitzonen im Binnenmarkt.
Deutschland hat sich nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums weder auf Sommer- noch auf Normalzeit festgelegt. Wegen der zentralen Lage will es in derselben Zeitzone bleiben wie seine unmittelbaren Nachbarn. Die Kommission hält nach Angaben von Newstime eine koordinierte Lösung weiter für erreichbar, eine Studie zu den Folgen einer Abschaffung ist bis Ende 2026 angekündigt.
Was die Deutschen wollen
Im März 2026 sprachen sich laut Newstime 73 Prozent der Deutschen für die Abschaffung aus. Bei einer Umfrage von YouGov aus dem Jahr 2023 würden sie bei einem Ende der Umstellung die Sommerzeit bevorzugen. In einer Forsa-Umfrage 2025 berichteten 27 bis 31 Prozent von gesundheitlichen Beschwerden wie Schlafstörungen und Müdigkeit.
Den Energiespareffekt, der einst Anlass war, hält das Umweltbundesamt für umstritten: weniger Licht am Abend im Sommer, mehr Heizen am Morgen in Frühjahr und Herbst.
Dunkler Heimweg, mehr Wildunfälle
Mit der Winterzeit setzt die Dämmerung früher ein. Laut ADAC steigt dadurch vor allem auf Landstraßen das Risiko von Wildunfällen, wie ms-aktuell berichtet. Schlafmedizinische Fachgesellschaften sprechen sich häufig gegen die Wechsel aus. Eine Auswertung von 2026 fand gemischte Zusammenhänge, mit Hinweisen auf Nachteile vor allem rund um den Beginn der Sommerzeit. Nach der Herbstumstellung schlafen Menschen im Schnitt etwas länger, wie eine Untersuchung der UK Biobank zeigte.