Viele Familien erleben einen endlosen Kreislauf aus Schnupfen, Husten und Magen-Darm-Infekten, sobald der Kindergarten startet. Laut einer Gemeinschaftspraxis für Kinder und Jugendmedizin sind zehn bis zwölf einfache Erkältungen pro Jahr bei Vorschulkindern üblich, weil das Abwehrsystem erst nach und nach lernt, Erreger zu erkennen, berichtet „100-gesundheitstipps.de“.
Gerade der Einstieg in Krippe oder Kita bringt engen Kontakt zu vielen Keimen und damit häufiger Infekte. Parallel wächst der Druck auf Eltern, die Kinderkrankentage und Job unter einen Hut bringen müssen. Umso wichtiger ist es, wirksame Alltagsstrategien zu kennen, die das Risiko für Infekte nachweislich senken.
Studie aus Warschau: Schritte und Infekte im Vergleich
Eine Untersuchung der Medizinischen Universität Warschau, veröffentlicht in „Pediatric Research“, begleitete über 100 Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren für 60 Tage. Zunächst prüften die Forschenden Faktoren wie Schlafdauer, Impfstatus, Geschwister, Haustiere und Tabakrauchbelastung. Keiner dieser Punkte stand klar mit der Häufigkeit von Infekten der oberen Atemwege in Zusammenhang.
Auffällig wurde erst die Auswertung der täglich gemachten Schritte: Kinder mit mehr Bewegung litten deutlich seltener unter Erkältungssymptomen, während weniger aktive Kinder im Beobachtungszeitraum im Schnitt vier Tage mehr krank waren.
24 Krankheitstage pro Jahr weniger möglich
Aus den erhobenen Daten errechnete das Forschungsteam, dass ausreichend aktive Kinder im Jahr auf rund 24 Krankheitstage weniger kommen könnten als Altersgenossen mit geringerer Alltagsbewegung. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, das heißt: Die Forscherinnen und Forscher zeigen Zusammenhänge, ohne die genauen biologischen Mechanismen schon erklären zu können, so die „Berliner Morgenpost“.
Vermutet werden unter anderem Effekte von Bewegung auf Durchblutung, Schleimhautfunktion und Stresshormone. Klar ist: Regelmäßige Aktivität scheint ein zentraler Hebel zu sein, um Atemwegsinfekte im Vorschulalter zu begrenzen.
WHO-Empfehlung: 10.000 bis 14.000 Schritte täglich
Die Weltgesundheitsorganisation rät Kindern zwischen vier und sechs Jahren zu etwa 10.000 bis 14.000 Schritten am Tag, was ungefähr drei Stunden Bewegung entspricht. Diese Zielmarke wirkt hoch, lässt sich aber oft ohne komplizierten Sportplan erreichen. Werden kurze Autofahrten durch Spaziergänge ersetzt, Wege zu Kita oder Einkauf zu Fuß zurückgelegt und Spielplatzbesuche fest eingeplant, summieren sich die Schritte rasch. Ausflüge in den Wald, Radtouren, Toben im Garten oder im Hof und einfache Laufspiele mit Freunden tragen zusätzlich dazu bei, das tägliche Pensum zu schaffen.
Immunsystem stärken: Mehr als nur Sport
Bewegung wirkt am besten im Paket mit weiteren gesundheitsfördernden Gewohnheiten. Stillen in den ersten Lebensmonaten liefert Abwehrstoffe, die Säuglinge vor Erregern schützen, wie „100-gesundheitstipps.de“ erläutert. Später kommt eine abwechslungsreiche Kost mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, gesunden Fetten und ausreichend Getränken hinzu.
Regelmäßige Aufenthalte im Freien, auch bei kühler Witterung, unterstützen die Abwehr, solange Kinder dem Wetter angemessen nach dem Zwiebelprinzip angezogen sind. Gute Schlafqualität und gründliche Handhygiene senken das Ansteckungsrisiko zusätzlich – sowohl in der Kita als auch zu Hause.