Ernährung in der Schwangerschaft soll Mutter und Kind optimal versorgen – zugleich warnen Fachleute klar vor einzelnen Lebensmitteln und Getränken. Problematisch sind vor allem Keime in tierischen Produkten, hohe Quecksilbermengen in bestimmten Fischen sowie Alkohol und größere Koffeinmengen.

Roher Fisch, unzureichend gegartes Fleisch, nicht pasteurisierte Milchprodukte und Spirituosen gelten als risikoreich für Schwangere. Für Verbraucherinnen ist es entscheidend zu wissen, wo konkrete Alltagsfallen lauern – vom Sushi-Buffet über Rohmilchkäse bis zum Kräutertee.

Fisch mit hohem Quecksilbergehalt meiden

Seefisch liefert wertvolle Omega‑3-Fettsäuren, gleichzeitig können einzelne Arten stark mit Quecksilber belastet sein. Laut „Healthline“ zählen dazu der Großaugen-Thun oder die Königsmakrele. Das Schwermetall kann das sich entwickelnde Nervensystem des Babys schädigen. Empfohlen wird daher, diese Sorten vollständig zu vermeiden und stattdessen auf Arten mit niedriger Belastung auszuweichen. Geeignet sind zum Beispiel Lachs, Kabeljau, Forelle, Hering, Sardinen, Shrimps oder Schellfisch.

Rohe Produkte, Keime und Listerien-Risiko

Ein weiteres Problemfeld sind krank machende Bakterien und Viren in rohen oder halb garen Produkten. Sushi, Sashimi, Ceviche sowie rohe Austern, Jakobsmuscheln oder Muscheln gelten in der Schwangerschaft als riskant. Laut „Healthline“ sind auch Rohwürste, blutiges Steak, Tatar und rosa Geflügel kritisch. Aufgeschnittene Wurstwaren sollten nur durchgehend heiß verzehrt werden, um Listerien zu reduzieren. Gleiches gilt für Eier: Sie müssen so lange erhitzt werden, bis Eigelb und Eiweiß fest sind. Selbst gemachtes Eis, Tiramisu, frische Mayonnaise oder Caesar-Dressing mit rohen Eiern erhöhen das Infektionsrisiko und sollten gemieden oder durch industriell pasteurisierte Varianten ersetzt werden.

Rohmilchkäse, Säfte und ungewaschenes Gemüse

Nicht pasteurisierte Lebensmittel gehören zu den häufigsten versteckten Infektionsquellen. Harmlos wirkende Produkte wie Rohmilchbrie, Feta oder Blauschimmelkäse können gefährliche Keime enthalten, sofern sie nicht aus pasteurisierter Milch hergestellt wurden. Auch frisch gepresste, unpasteurisierte Säfte oder Most sind problematisch.

Wichtig ist, stets auf entsprechende Kennzeichnungen zu achten und bei Unsicherheit nachzufragen. Obst und Gemüse sollten gründlich unter fließendem Wasser gewaschen werden, um Verunreinigungen zu entfernen. Rohe Sprossen wie Alfalfa, Klee- oder Mungobohnenkeime tragen ein erhöhtes Keimrisiko; sicherer sind sie erst nach vollständigem Durchgaren, etwa in Pfannengerichten.

Koffein, Kräutertees und Alkohol im Fokus

Neben Lebensmitteln geraten Getränke verstärkt in den Blick. Koffein gelangt über die Plazenta zum Ungeborenen; daher empfehlen Fachleute, die tägliche Menge auf unter 200 Milligramm zu begrenzen. Eine 240-ml-Tasse Filterkaffee enthält rund 95 Milligramm, dieselbe Menge Schwarztee etwa 47 Milligramm, eine 360-ml-Cola rund 33 Milligramm. Für Kräutertees fehlen häufig belastbare Daten zu einzelnen Pflanzenextrakten. Solche Mischungen sollten daher nur nach Rücksprache mit medizinischem Personal konsumiert werden.

Noch strenger fällt die Bewertung bei Alkohol aus: Es gilt die Empfehlung, vollständig darauf zu verzichten, da bereits geringe Mengen das Risiko für Fehlgeburten und ein fetales Alkoholsyndrom erhöhen können.