Wer 2026 den 50. Geburtstag feiert, gehört zum Jahrgang 1976 und hat Anspruch auf mehrere Früherkennungen, die die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt.
Das Bundesgesundheitsministerium führt sie mit Stand 3. September 2026 auf, vom Darm über die Brust bis zur Lunge. Ab 60, also für den Jahrgang 1966 und älter, kommen Impfungen hinzu, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt.
Männer können ab 65 einmal die Bauchaorta untersuchen lassen, Frauen nutzen das Mammographie-Screening bis 75. Neu in der Reihe ist 2026 die Lungenuntersuchung für starke Raucherinnen und Raucher. Alle genannten Untersuchungen gelten bereits, die Impfungen sind Empfehlungen.
Darmkrebs: Ab 50 gelten für Frauen und Männer dieselben Regeln
Seit April 2025 haben Frauen und Männer ab 50 denselben Anspruch, schreibt das Bundesgesundheitsministerium mit Stand 13. August 2026. Zur Wahl stehen ein Stuhltest alle zwei Jahre oder zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren. Bis März 2025 begann die Spiegelung für Frauen erst mit 55. Die Kasse lädt per Post zum 50., 55., 60. und 65. Geburtstag ein, 2026 sind das die Jahrgänge 1976, 1971, 1966 und 1961. Der Anspruch besteht auch ohne Brief.
Mammographie-Screening reicht bis 75 Jahre
Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden alle zwei Jahre schriftlich zur Mammographie eingeladen. Frauen von 70 bis 75 können sich nach Angaben des Ministeriums selbst anmelden, 2026 betrifft das die Jahrgänge 1951 bis 1956. Für den Gebärmutterhals zahlt die Kasse ab 35 alle drei Jahre Abstrich und HPV-Test, die Tastuntersuchung der Brust ab 30 jährlich. Frauen sollten Termine und Abstände mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt abstimmen.
Lungen-CT jährlich bei mindestens 15 Packungsjahren
Seit April 2026 ist die Früherkennung per Niedrigdosis-Computertomographie vorgesehen. Anspruch haben aktive und frühere starke Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren, mit mindestens 25 Jahren Rauchdauer und mindestens 15 Packungsjahren. Ein Packungsjahr entspricht 20 Zigaretten täglich über ein Jahr. Die Untersuchung wiederholt sich alle zwölf Monate. Laut Gemeinsamer Bundesausschuss braucht die flächendeckende Nutzung noch Geduld, weil Praxen eine Fortbildung oder Genehmigung benötigen.
Haut alle zwei Jahre, Prostata jährlich, Bauchaorta einmal
Das Hautkrebs-Screening steht Frauen und Männern ab 35 alle zwei Jahre zu und lässt sich laut Ministerium mit dem Gesundheits-Check-up verbinden, der ab 35 alle drei Jahre möglich ist. Männer ab 45 haben jährlich Anspruch auf eine Prostata-Früherkennung, 2026 der Jahrgang 1981 und älter. Männer ab 65, also Jahrgang 1961 und älter, können einmal ein Ultraschall-Screening auf Aneurysmen der Bauchaorta nutzen. Das Screening ist nur ein einziges Mal vorgesehen.
Ab 60 empfiehlt die STIKO die Gürtelrose-Impfung, ab 75 die RSV-Impfung
Die STIKO empfiehlt die Gürtelrose-Impfung als Standard für alle ab 60 Jahren, wie die Pharmazeutische Zeitung zum Impfkalender 2026 berichtet. Gegen RSV gilt die einmalige Impfung als Standard ab 75, für 60- bis 74-Jährige nur mit relevanter Grunderkrankung oder im Pflegeheim. Weitere Impfungen für Ältere, etwa gegen Grippe, führt der Impfkalender des Robert Koch-Instituts. Welche Untersuchung und Impfung im Einzelfall sinnvoll ist, klären Versicherte mit der Hausärztin oder dem Hausarzt. Der Text ersetzt keine medizinische Beratung.