Kaffee ist in Deutschland das meistgetrunkene Heißgetränk und gehört für viele fest zum Tagesablauf. Umso größer ist das Interesse an neuen Daten zu den gesundheitlichen Folgen. Eine aktuelle Untersuchung aus Australien und den USA kommt zu einem differenzierten Ergebnis: Nicht jede Tasse ist problematisch, wohl aber hohe Mengen über längere Zeit. Im Mittelpunkt steht die geistige Leistungsfähigkeit älterer Menschen. Nach Angaben der Studie kann ein regelmäßiger Konsum von vier oder mehr Tassen pro Tag mit einem schnelleren kognitiven Abbau verbunden sein, wie wmn.de berichtet.
8500 Teilnehmende mit Durchschnittsalter 67,8
Vorgestellt wurden die Ergebnisse auf der Internationalen Konferenz der Alzheimer’s Association. Untersucht wurden rund 8500 Personen über 60 Jahre über mehrere Jahre hinweg, das Durchschnittsalter lag bei 67,8 Jahren. Die Forschenden teilten die Gruppe in drei Kategorien ein: kein Konsum, ein bis drei Tassen täglich sowie vier oder mehr Tassen pro Tag. Im Fokus stand die sogenannte fluide Intelligenz. Gemeint ist damit die Fähigkeit, logisch zu denken, Muster zu erkennen und neue Probleme zu lösen – also Leistungen, die im Alltag und im höheren Alter eine große Rolle spielen.
Vier Tassen pro Tag als kritische Marke
Besonders auffällig war der Unterschied zwischen moderatem und hohem Konsum. Wer regelmäßig vier oder mehr Tassen trank, schnitt bei Tests zur fluiden Intelligenz schlechter ab. Betroffen waren laut den Berichten vor allem logisches Schlussfolgern, das Erkennen von Zusammenhängen sowie klassische Wissensbereiche wie Wortschatz und Allgemeinwissen. Bereits ab mehr als drei Tassen täglich seien negative Effekte erkennbar gewesen, berichtet berliner-kurier.de. Für Verbraucher heißt das vor allem: Nicht Kaffee an sich scheint das Problem zu sein, sondern die Menge im Alltag.
Ein bis drei Tassen schnitten deutlich besser ab
Die Daten liefern zugleich Entwarnung für Menschen mit maßvollem Konsum. Ein bis drei Tassen täglich galten in der Auswertung als moderater Bereich und waren nicht mit demselben beschleunigten Abbau verbunden. Frühere Untersuchungen hatten zudem Hinweise geliefert, dass Kaffee in vernünftigen Mengen mit einem geringeren Risiko für Schlaganfall, Diabetes, Parkinson oder Herzprobleme zusammenhängen kann. Die neuen Ergebnisse passen dazu: Kleine bis mittlere Mengen wurden nicht als kritisch beschrieben, während hohe Dosen bei älteren Menschen ungünstiger ausfielen.
Tee fiel in den Tests günstiger aus
Auffällig war auch der Vergleich mit Tee. Personen, die regelmäßig Tee tranken, erzielten bei den kognitiven Tests teils bessere Werte als Nicht-Teetrinker, besonders bei vier oder mehr Tassen täglich. Dennoch ist Vorsicht bei der Einordnung nötig. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, also nicht um einen Beweis für Ursache und Wirkung. Die Angaben zum Konsum beruhten auf Selbstauskünften, frühere Trinkgewohnheiten wurden nicht erfasst, und auch Sorte oder Zubereitung blieben außen vor. Zudem bestand die Stichprobe zu rund 60 Prozent aus Frauen.