In vielen Haushalten liegen dicke Ordner mit Verträgen, deren Beiträge stillschweigend vom Konto abgehen. Gerade bei Versicherungen summieren sich so schnell einige Hundert Euro im Jahr, ohne dass ein wirklicher Schutz dahintersteht.
Finanzexperte Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern rät daher, alle Verträge regelmäßig zu prüfen, vor allem solche, die seit mehr als zehn Jahren laufen. „Da ist viel Potential drin, das man sich sparen kann“, so Straub laut br.de. Besonders problematisch sind Policen, die nur Kleinschäden absichern oder extrem unflexibel konstruiert sind. Vier Typen gelten als besonders verzichtbar.
Kapitalbildende Lebens- und Rentenpolicen mit magerer Rendite
Kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen galten lange als Klassiker für die Altersvorsorge. Nach Analyse des Bunds der Versicherten fressen jedoch hohe Abschluss- und Verwaltungskosten einen großen Teil der Erträge auf, sodass die garantierten Leistungen oft unter der Summe der eingezahlten Beiträge liegen, meldet bundderversicherten.de.
Bei Fondspolicen sowie Riester- und Rürup-Verträgen kommen intransparente Kostenstrukturen hinzu. Brisant: Bei neueren Tarifen wird der konkrete Rentenfaktor häufig erst zu Rentenbeginn festgelegt, was jede Planung erschwert. Für den langfristigen Vermögensaufbau gelten ETF-Sparpläne oder andere direkte Geldanlagen als deutlich effizienter.
Restschuldversicherung: teuer, viele Ausschlüsse
Restschuldversicherungen werden meist beim Kreditabschluss für Ratenkauf, Autodarlehen oder Dispokredite angeboten. Sie sollen einspringen, wenn Kreditnehmende aufgrund von Tod, Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit nicht mehr zahlen können. In der Praxis enthalten die Verträge aber zahlreiche Ausschlüsse und Wartezeiten, wie bundderversicherten.de berichtet.
Häufig wird nur bei nicht bekannten Erkrankungen geleistet, bei Arbeitslosigkeit nur nach unbefristeten Verträgen und meist nur für begrenzte Zeiträume. Zusätzlich sind die Prämien im Verhältnis zur abgedeckten Summe hoch. Deutlich sinnvoller ist ein ausreichend großer Notgroschen und gegebenenfalls eine separate Risikolebensversicherung.
Elektronik- und Kleinstversicherungen mit schlechtem Verhältnis
Handy-, Brillen-, Ticket- oder spezielle Sportgeräteversicherungen sichern in der Regel keine existenziellen Risiken ab, sondern nur überschaubare Schäden. Ein defektes Smartphone bringt niemanden finanziell an den Rand des Ruins. Entschädigt wird meist lediglich der Zeitwert, oft mit Selbstbeteiligung und vielen Ausschlüssen. Bei Brillen zahlen Anbieter häufig nur alle paar Jahre oder nur bis zu geringen Höchstbeträgen, so br.de.
Ähnliches gilt für Garantieverlängerungen bei Elektrogeräten: Viele Tarife schließen Verschleiß oder Diebstahl aus und ersetzen nur „gleichwertige“ Geräte. Nach Berechnungen von Verbraucherschützern fährt man meist besser, regelmäßig einen kleinen Betrag selbst zurückzulegen.
Reisegepäck und Reiseextras mit engen Bedingungen
Rund um den Urlaub werden zahlreiche Zusatzpolicen verkauft – etwa Reisegepäck-, spezielle Reiseunfall- oder zusätzliche Reisehaftpflichtversicherungen. Gerade die Gepäckpolice gilt als problematisch: Gezahlt wird oft nur, wenn Koffer praktisch ununterbrochen bewacht wurden; einfache Wegnahme ist meist ausgeschlossen, wie guter-rat.de meldet. Wertsachen sind häufig nur begrenzt abgesichert.
Gleichzeitig decken Hausratverträge über die Außenversicherung viele Schadensfälle wie Einbruchdiebstahl oder Brand bereits ab. Auch für verlorenes Fluggepäck sieht das Montrealer Übereinkommen Entschädigungen durch die Airline vor. Als wirklich wichtige Ergänzung nennen Verbraucherschützer vor allem eine günstige Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport.