Für den US-Elektroautobauer Tesla endet 2025 mit einem Dämpfer: Nach dem Auslaufen der US-Steuergutschrift von 7500 Dollar Ende September gingen die weltweiten Auslieferungen im vierten Quartal um 15,6 Prozent auf 418.227 Fahrzeuge zurück. Im gesamten Jahr schrumpfte der Absatz um rund 8,4 bis 8,5 Prozent auf gut 1,64 Millionen Wagen, nachdem 2023 noch etwas über 1,8 Millionen Exemplare ausgeliefert worden waren, meldet heise.de. Vor dem Einbruch hatte ein Vorzieheffekt im dritten Quartal für einen Zuwachs von 7,4 Prozent auf 497.099 Fahrzeuge gesorgt, weil viele US-Kunden die auslaufende Förderung noch mitnehmen wollten.
BYD überholt Tesla bei reinen E-Autos
Der chinesische Hersteller BYD nutzte die Schwäche des US-Konzerns und lieferte 2025 weltweit rund 4,6 Millionen Fahrzeuge aus, darunter 2,3 Millionen reine Stromer – ein Plus von 28 Prozent bei Batterieautos, wie Bild berichtet. Damit hat BYD Tesla bei reinen E-Autos mit 2,26 Millionen verkauften Elektrofahrzeugen klar überholt, während der US-Anbieter bei rund 1,64 Millionen Stromern steht. In Deutschland fällt der Abstand noch moderater aus: Bis Ende November wurden etwa 19.200 BYD-Fahrzeuge neu zugelassen, Tesla kam auf 17.358 Einheiten. Für Verbraucher bedeutet das mehr Auswahl im mittleren Preissegment, vor allem bei Familien-SUVs und Limousinen.
Nachfrageknick nach Förderende und politischer Streit
Analysten führen den Absatzrückgang in den USA nicht nur auf den Förderstopp zurück. Der Investor Gene Munster verweist darauf, dass im Oktober die Verkäufe von Elektroautos branchenweit um rund 30 Prozent eingebrochen seien. Parallel griffen viele Käufer wieder verstärkt zu Verbrennern und Hybriden. Hinzu kommt die Polarisierung rund um Tesla-Chef Elon Musk, der sich zeitweise als Kostensenker im Regierungsapparat von Donald Trump engagierte. Wegen dieses politischen Engagements wandten sich Teile der Kundschaft ab, insbesondere in Europa.. In einem Podcast räumte Musk später ein, er hätte besser „an meinen Unternehmen gearbeitet“ statt in Washington – Übersetzung aus dem Englischen.
Robotaxis, Roboter und wachsende Konkurrenz
Musk versucht die Schwäche im Kerngeschäft mit einem Technologienarrativ zu kontern. Er betont, dass der langfristige Schwerpunkt des Konzerns bei selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern liegen soll. In Austin (Texas) sind bislang jedoch nur einige Dutzend Testfahrzeuge unterwegs, meist noch mit Sicherheitsfahrer. Die Google-Schwester Waymo betreibt demgegenüber bereits mehr als 2500 fahrerlose Autos in mehreren US-Städten. Technisch geht Musk einen Sonderweg und setzt auf Kameras statt auf zusätzliche Sensoren wie Laserradar. Gelingt dieser Ansatz, könnten die Kosten pro Fahrzeug sinken. Experten äußern dennoch Sicherheitsbedenken, sodass Kunden vorerst mit ausgereiften Assistenzsystemen statt vollautonomen Fahrdiensten rechnen müssen.
Auswirkungen auf Aktie, Preise und Verbraucherauswahl
Trotz schwächerer Auslieferungen zeigte sich die Tesla-Aktie zunächst robust: Im frühen US-Handel stieg sie zeitweise auf über 450 Dollar, bevor sie nach neuen Prognosen wieder auf 438,07 Dollar fiel – ein Minus von 2,6 Prozent. In Europa sank der Kurs parallel um rund 3,5 Prozent auf etwa 379 Euro. Für Endkunden kann der Absatzrückgang kurzfristig Preisaktionen, Rabatte auf Lagerware und attraktivere Leasingkonditionen bedeuten, vor allem für Model 3 und Model Y. Gleichzeitig erhöht der Vorsprung chinesischer Anbieter wie BYD sowie der Druck durch Rivian im US-Markt den Wettbewerb. Das stärkt tendenziell die Position der Käufer, die zwischen mehr Modellen, Preispunkten und Antriebskonzepten wählen können.