Ein guter Schufa-Score entscheidet in Deutschland oft darüber, ob Kredite, Miet- oder Handyverträge zu günstigen Konditionen bekommen werden. Grundlage ist eine statistische Einschätzung, wie zuverlässig Rechnungen bezahlt werden. Dabei fließen zahlreiche Informationen ein – vom Girokonto über laufende Kredite bis hin zu Kreditkarten. Richtig eingesetzt, können Karten nicht nur bequemes Bezahlen im Alltag ermöglichen, sondern auch die eigene Bonität stützen. Parallel dazu plant die Auskunftei für 2026 ein neues, deutlich vereinfachtes Bewertungsmodell, das Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr Einblick in die eigene Kreditwürdigkeit geben soll, meldet br.de.

Eine bis zwei Kreditkarten als positives Signal

Ein Kreditkartenvertrag gilt bei der Auskunftei grundsätzlich als Kreditlinie. Wird diese Linie regelmäßig genutzt und der offene Betrag jeden Monat vollständig und fristgerecht beglichen, werten Banken das als Hinweis auf verlässliches Zahlungsverhalten. Laut einem Bericht von wmn.de gelten ein bis zwei Karten als ideal. Mehr Plastikkarten im Portemonnaie steigern aus statistischer Sicht das Ausfallrisiko und können die Punktzahl senken. Wichtig ist dabei die Rückzahlungsart: Verbraucherschützerin Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen rät zu Modellen, bei denen die Bank den Gesamtbetrag automatisch am Monatsende vom Referenzkonto einzieht, statt nur kleine Teilbeträge als verzinsten Revolving-Kredit weiterlaufen zu lassen, berichtet Welt.

Alltagstrend Kartenzahlung: 44 Prozent aller Transaktionen

Kartenzahlungen gewinnen im Einzelhandel weiter an Gewicht. Nach einer Studie des EHI-Retail-Instituts werden bereits 44 Prozent aller Transaktionen mit Karte oder digitalen Wallets per Smartphone abgewickelt. Der damit erzielte Umsatz lag 2024 bei 314,1 Milliarden Euro – ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Welt meldet. Ab etwa zehn Euro greifen Kundinnen und Kunden besonders häufig zur Karte, kleinere Beträge werden noch oft bar bezahlt. Parallel wächst die Konkurrenz: Kostenlose Kartenangebote von Banken treffen auf Zahlungsdienste wie PayPal oder Klarna, die mit „Jetzt-kaufen-später-zahlen“-Modellen arbeiten. Solche zusätzlichen Kreditlinien können die eigene Datensituation bei der Auskunftei komplexer machen und sollten deshalb bewusst genutzt werden.

Sieben Faktoren, die den Schufa-Score stärken

Neben dem Umgang mit Kreditkarten beeinflussen weitere Kriterien die Bonität. Laut br.de spielt die Dauer der Kontobeziehung eine Rolle: Ein seit Jahren bestehendes Girokonto wirkt stabilisierend, häufige Bankwechsel eher belastend. Positiv sind abbezahlte Ratenkredite und ein laufender Immobilienkredit, dem in der Regel eine strenge Prüfung durch die Bank vorausgeht. Negativ zu Buche schlagen zahlreiche Kreditanfragen, offene Raten oder häufige Umzüge. Auch Rechnungs- und Online-Käufe auf Rechnung wirken sich aus: Wer Zahlungen konstant fristgerecht leistet und auf unnötige Rechnungsmodelle verzichtet, verbessert seine Chancen auf einen Wert im Bereich „gut“ (93,54–97,21 Prozent) oder „hervorragend“ (über 97,22 Prozent), so Daten der Auskunftei, auf die sich wmn.de bezieht.

Neuer Score ab März 2026: Nur noch zwölf Kriterien

Ab Ende März 2026 will die Schufa ihr Scoring-Modell umbauen. Aus derzeit rund 250 einfließenden Merkmalen sollen künftig nur noch zwölf werden, kündigt die Auskunftei an, wie br.de berichtet. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen dann in einer App oder im Onlineportal kostenlos nachvollziehen können, welche Daten den persönlichen Wert bestimmen und wie sich Änderungen im Finanzverhalten auswirken. Ergänzend dazu bietet der bestehende Score-Simulator bereits jetzt einen Näherungswert: In gut 60 Prozent der Fälle liegt der simulierte Wert in der gleichen Klasse wie der reale Basis-Score. Wer seine Daten mindestens einmal jährlich prüft, veraltete oder fehlerhafte Einträge korrigieren lässt und Kreditkarten diszipliniert nutzt, verschafft sich bessere Bedingungen bei Banken und Vertragspartnern.