Wer zwischen Ende der 1940er- und Anfang der 1950er-Jahre geboren wurde, hatte statistisch einen ungünstigen Zeitpunkt für den Start in den Ruhestand. Grund ist das Rentenniveau, also das Verhältnis der Standardrente nach 45 Beitragsjahren zum durchschnittlichen Arbeitseinkommen. Dieses Verhältnis lag in den 1970er-Jahren noch bei mehr als 55 Prozent und heute nur noch bei rund 48 Prozent. Laut web.de fielen die Tiefpunkte in den 2010er-Jahren besonders stark aus. Betroffen waren beim regulären Renteneintritt vor allem die Jahrgänge 1948, 1949, 1950 und 1952.

47,7 Prozent im Jahr 2015

Am niedrigsten lag das Rentenniveau 2015 mit 47,7 Prozent. In den Jahren 2014, 2016 und 2018 waren es jeweils 48,1 Prozent. Daraus ergibt sich, welche Jahrgänge statistisch auf besonders schwache Rahmenbedingungen trafen: 1948 ging regulär 2014 in Rente, 1949 im Jahr 2015, 1950 im Jahr 2016 und 1952 im Jahr 2018. Wichtig ist dabei die Regelaltersgrenze. Für vor 1947 Geborene lag sie noch bei 65 Jahren, danach wurde sie schrittweise angehoben, bis sie für alle ab 1964 Geborenen bei 67 Jahren liegt.

1.913,40 Euro Standardrente ab Juli 2026

Ein niedriges Rentenniveau heißt jedoch nicht automatisch, dass die Rentenzahlung selbst sinkt. Gemeint ist nur das Verhältnis von Rente zu Lohn. Die Standardrente blieb über lange Zeit weitgehend stabil und sank nur einmal leicht in den 1990er-Jahren. Mit dem ab 1. Juli 2026 geltenden Rentenwert von 42,52 Euro kommt die Eckrente nach 45 Beitragsjahren auf 1.913,40 Euro im Monat. Das ist für Verbraucher wichtig, weil sich aus Schlagzeilen über das Rentenniveau allein nicht ableiten lässt, wie hoch die persönliche Altersrente später tatsächlich ausfällt.

Babyboomer 1955 bis 1969 mit hohen Ansprüchen

Ganz anders sieht der Blick auf die Jahrgänge mit den höchsten Ansprüchen aus. Wie wmn.de berichtet, zählen vor allem Babyboomer der Geburtsjahre 1955 bis 1969 zu den Gruppen mit besonders hohen Rentenanwartschaften. Ausschlaggebend sind lange Erwerbsbiografien und vergleichsweise starke Verdienste. Zugleich bleibt die individuelle Spanne groß. Wer viele Beitragsjahre, ein gutes Einkommen und viele Entgeltpunkte gesammelt hat, landet oft deutlich über dem Durchschnitt. Frühere Renteneintritte mit Abschlägen oder längere Phasen mit geringen Einkommen können die spätere Zahlung dagegen merklich senken.

Frauen 1945 bis 1965 oft unter 1.000 Euro

Ein besonders hohes Risiko für niedrige Renten tragen Frauen älterer Jahrgänge. Nach Daten, die buerger-geld.org zusammenfasst, erhalten viele Frauen der Jahrgänge etwa 1945 bis 1965 wegen Teilzeit, Minijobs, Familienphasen und unterbrochener Erwerbsverläufe nur kleine Altersrenten. 2024 lag die durchschnittliche Altersrente bei neu hinzugekommenen Männern bei rund 1.340 Euro brutto, bei Frauen bei etwa 981 Euro. Rund 29 bis 30 Prozent der Frauen beziehen demnach weniger als 600 Euro. Wer seine Lage prüfen will, sollte Renteninformation, Kontenklärung und mögliche freiwillige Beiträge frühzeitig in den Blick nehmen.