Rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner warten auf die Entscheidung aus Berlin: Im Frühjahr 2026 legt die Bundesregierung fest, wie stark die Altersbezüge zum 1. Juli steigen. Der Rentenversicherungsbericht 2025 rechnet derzeit mit einem Plus von 3,73 Prozent, melden wmn.de und ruhr24.de übereinstimmend. Grundlage ist der sogenannte aktuelle Rentenwert, der aktuell bei 40,79 Euro pro Entgeltpunkt liegt. Fällt die Anhebung wie prognostiziert aus, wirkt sich das direkt auf alle gesetzlichen Altersrenten aus – unabhängig davon, ob sie im Osten oder Westen des Landes gezahlt werden.
3,73 Prozent Plus: So verändert sich der Rentenwert
Die Bundesregierung setzt die genaue Rentenanpassung per Verordnung fest, anschließend muss der Bundesrat zustimmen. Geht alles nach Plan, wird zum 1. Juli 2026 der Rentenwert um 3,73 Prozent erhöht. Ausgehend von 40,79 Euro je Entgeltpunkt ergäbe sich damit ein neuer Wert von 42,31 Euro. Jede erworbene Rentenanwartschaft bringt damit etwas mehr Geld, so ruhr24.de. Seit der Angleichung im Jahr 2023 gilt für alte und neue Bundesländer derselbe Wert, regionale Differenzen beim Rentenpunkt bestehen laut Deutscher Rentenversicherung nicht mehr. Die Umstellung erfolgt automatisch, ein gesonderter Antrag ist nicht notwendig.
Tabelle zeigt: So viel mehr Geld pro Monat
Die prognostizierten 3,73 Prozent klingen abstrakt, in Eurobeträgen wird der Zuwachs greifbar. Beispielrechnungen: Wer heute 1.000 Euro Rente erhält, käme rechnerisch auf rund 1.037,30 Euro monatlich, also 37,30 Euro mehr. Bei 1.500 Euro wären es etwa 1.555,95 Euro, ein Plus von 55,95 Euro, führt ruhr24.de aus. Vereinfacht lässt sich die Steigerung so darstellen: 800 Euro würden auf etwa 829,84 Euro steigen, 1.200 Euro auf rund 1.244,76 Euro, 1.800 Euro auf etwa 1.833,57 Euro. Die angegebene Übersicht basiert auf der aktuellen Prognose – die endgültigen Werte hängen von der formalen Festlegung im Frühjahr 2026 ab.
Aktuelle Rente |
Plus (+ 3,73 %) |
Neue Rente |
|---|---|---|
500 Euro |
18,65 Euro |
518,65 Euro |
750 Euro |
27,98 Euro |
777,98 Euro |
1.000 Euro |
37,30 Euro |
1.037,30 Euro |
1.250 Euro |
46,63 Euro |
1.296,63 Euro |
1.500 Euro |
55,95 Euro |
1.555,95 Euro |
1.750 Euro |
65,28 Euro |
1.815,28 Euro |
2.000 Euro |
74,60 Euro |
2.074,60 Euro |
Löhne, Rentenwert und Haltelinie bei 48 Prozent
Die jährliche Anpassung orientiert sich an der Entwicklung der Bruttolöhne. Steigen die Einkommen, steigen zeitversetzt auch die Renten. Laut Rentenversicherungsbericht wird für 2026 mit einem Lohnzuwachs von 3,3 Prozent gerechnet, berichtet wmn.de. Gleichzeitig bleibt der Beitragssatz zur gesetzlichen Versicherung stabil bei 18,6 Prozent, aufgeteilt je zur Hälfte zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten. Ein weiteres Element ist die sogenannte Haltelinie: Das Rentenniveau – also das Verhältnis einer Standardrente nach 45 Beitragsjahren zum aktuellen Durchschnittslohn – darf nicht unter 48 Prozent sinken. Diese Untergrenze ist im Rentenpaket 2025 bis 2031 festgelegt.
Rentenkommission berät Konzepte für die Zeit nach 2031
Parallel zur Anpassung 2026 arbeitet eine Rentenkommission an Vorschlägen für die längerfristige Finanzierung der Altersvorsorge. Hintergrund ist, dass die geburtenstarken Jahrgänge schrittweise in den Ruhestand wechseln, während weniger junge Menschen Beiträge einzahlen. Die Kommission soll bis Mitte 2026 Empfehlungen vorlegen, wie das System nach 2031 stabil gehalten werden kann, meldet wmn.de. Bis dahin gelten die Haltelinie von 48 Prozent sowie der aktuelle Beitragssatz weiter. Für Millionen Ruheständler bedeutet die erwartete Erhöhung 2026 zunächst einen spürbaren Aufschlag auf die laufenden Zahlungen – die eigentliche Reformdebatte verlagert sich auf die Jahre nach 2031.