Die Höhe der gesetzlichen Rente hängt stark von der eigenen Erwerbsbiografie ab. Trotzdem lässt sich statistisch eingrenzen, welche Geburtsjahrgänge zu besonders ungünstigen Zeitpunkten in den Ruhestand gegangen sind. Maßstab dafür ist nicht die Durchschnittsrente, sondern das Rentenniveau. Es setzt eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittseinkommen ins Verhältnis zum durchschnittlichen Arbeitsentgelt. Damit wird erkennbar, in welchen Jahren die gesetzliche Altersversorgung im Vergleich zu Löhnen besonders schwach ausfiel. Genau dort liegen die Jahrgänge, die beim Rentenstart oft schlechter dastanden.

2015 mit 47,7 Prozent als Tiefpunkt

Besonders niedrig war das Rentenniveau in den 2010er-Jahren. Laut Stern lag es 2015 bei nur 47,7 Prozent. In den Jahren 2014, 2016 und 2018 wurden jeweils 48,1 Prozent erreicht. Das waren die schwächsten Werte der betrachteten Reihe. Für Ruheständler heißt das nicht automatisch dieselbe Auszahlung, denn persönliche Ansprüche unterscheiden sich erheblich. Dennoch eignet sich dieser Wert als statistischer Anhaltspunkt, weil er die Kaufkraft der Standardrente im Verhältnis zu den Löhnen besser einordnet als bloße Durchschnittsbeträge.

Geburtsjahre 1948, 1949, 1950 und 1952

Aus den Jahren mit besonders niedrigen Werten lassen sich die betroffenen Geburtsjahrgänge über die jeweilige Regelaltersgrenze zurückrechnen. So entfiel 2014 auf den Jahrgang 1948, 2015 auf 1949, 2016 auf 1950 und 2018 auf 1952. Diese Gruppen gehören damit rechnerisch zu den Jahrgängen mit den schwächsten Ausgangsbedingungen beim regulären Renteneintritt. Für vor 1947 Geborene galt noch die Regelaltersgrenze von 65 Jahren. Bei den Jahrgängen 1947 bis 1963 steigt sie schrittweise. Wer 1964 oder später geboren wurde, erreicht die abschlagsfreie Altersrente erst mit 67 Jahren.

40 Jahre mit 1.200 Euro bringen rund 465 Euro brutto

Wie stark niedrige Einkommen die spätere Altersversorgung drücken, zeigt eine Beispielrechnung aus dem Verbraucherschutzumfeld: Wer 40 Jahre lang monatlich 1.200 Euro brutto verdient, kommt 2025 auf rund 11,41 Entgeltpunkte. Daraus ergibt sich bei einem Rentenwert von 40,79 Euro eine Bruttorente von etwa 465 Euro im Monat. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung bleiben nur rund 405 bis 410 Euro netto vor Steuern. Solche Werte machen klar, wie riskant lange Phasen mit Niedriglohn, Teilzeit oder Minijobs für den Ruhestand sind.

Zwei Beitragszahlende finanzieren heute einen Rentner

Zur schwachen Entwicklung kommen strukturelle Belastungen des Systems. Heute stehen statistisch nur noch rund zwei Beitragszahlende einem Altersrentner gegenüber, Anfang der 1960er-Jahre waren es noch sechs. Das erschwert stabile Leistungen. Zugleich bleiben Unterschiede innerhalb eines Jahrgangs groß: Arbeitslosigkeit, Kindererziehung, Pflegezeiten, Teilzeit und Ost-West-Biografien wirken sich direkt auf Entgeltpunkte aus. Für die eigene Vorsorge zählen daher vor allem Kontenklärung, ein genauer Blick auf Versicherungszeiten sowie zusätzliche Bausteine wie Betriebsrente, private Rücklagen oder freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Versicherung.