Steigende Mieten, höhere Preise in der Gastronomie und schwankende Kosten im Supermarkt belasten viele ältere Menschen spürbar. Hinzu kommen hohe Spritpreise, die den Alltag verteuern. Gerade für Haushalte mit kleiner gesetzlicher Rente wird der finanzielle Spielraum enger. Nach Angaben von Nordkurier trifft das Millionen Menschen. Viele ziehen deshalb einen Nebenjob im Alter in Betracht, um ihr Einkommen aufzubessern. Zugleich gibt es für 2026 zwei konkrete Entlastungen: eine Rentenerhöhung zum 1. Juli und einen vorgezogenen Zahlungstermin im Mai.

1350 Euro im Osten, 1160 Euro im Westen

Die durchschnittlichen Rentenzahlungen fallen regional unterschiedlich aus. Im Osten liegen sie bei 1350 Euro im Monat, in westlichen Bundesländern bei 1160 Euro. In Deutschland leben derzeit rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Zudem arbeiten viele Ältere weiter: Von insgesamt 6,92 Millionen Minijobbern waren im vierten Quartal 2025 rund 1,81 Millionen älter als 60 Jahre. Das zeigt, wie verbreitet zusätzliche Einnahmen im Ruhestand sind. Im Entwurf wird dafür auch ein 603-Euro-Job genannt, wenn die staatlichen Auszahlungen für den laufenden Bedarf nicht ausreichen.

Gundula Roßbach nennt den Grund für das Plus

Zum 1. Juli 2026 steigen die Renten bundesweit um 4,24 Prozent. Für Bezieher gesetzlicher Leistungen ist das die wichtigste Änderung im laufenden Jahr. „Die Renten folgen den Löhnen“, so Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund laut Nordkurier. Das Plus gilt zwischen Nordost und Südwest, also ebenso in Mecklenburg-Vorpommern wie in Baden-Württemberg. Wer etwa 1200 Euro monatlich erhält, kommt mit der Erhöhung auf rund 1250,88 Euro. Angesichts hoher Alltagskosten dürfte der Zuwachs in vielen Haushalten direkt für laufende Ausgaben verwendet werden.

29. Mai 2026 ist der frühe Rententermin

Eine zweite wichtige Nachricht betrifft den Zahlungskalender. Im Mai 2026 kommt die Monatszahlung früher als üblich. Grund ist die feste Regel, dass die Überweisung immer am letzten Bankarbeitstag des Monats bis 23.59 Uhr erfolgt. Da der 30. Mai auf einen Samstag und der 31. Mai auf einen Sonntag fällt, landet das Geld bereits am Freitag, 29. Mai, auf dem Konto. Das gilt sowohl für vorschüssig gezahlte Beträge für den Juni als auch für nachschüssige Zahlungen für den Mai. Für viele Haushalte erleichtert das die Planung von Miete, Einkauf und laufenden Rechnungen.

Vorschüssig oder nachschüssig: Diese Regel gilt

Entscheidend ist der Rentenbeginn. Wer seine Altersbezüge nach dem 1. April 2004 erstmals erhalten hat, bekommt sie nachschüssig, also am Monatsende. Bei einem Beginn bis einschließlich 31. März 2004 erfolgt die Zahlung vorschüssig, also bereits für den kommenden Monat. Die Deutsche Rentenversicherung erklärt dazu: „Bei Renten, die nach dem 1. April 2004 begonnen haben, wird diese nachschüssig, also am Ende des jeweiligen Monats ausbezahlt. Wer hingegen einen früheren Rentenbeginn hatte (bis einschließlich 31. März 2004), erhält diese vorschüssig“, laut Nordkurier. Ein weiterer vorgezogener Termin folgt am 30. Oktober 2026, weil der 31. Oktober auf einen Samstag fällt.