Ob die Einkünfte im Ruhestand ausreichen, hängt nicht nur von der gesetzlichen Rente ab, sondern auch von betrieblicher und privater Vorsorge. Viele Menschen haben mehrere Verträge abgeschlossen und erhalten unterschiedlich aufgebaute Schreiben mit Prognosen. Bisher kamen Renteninformationen überwiegend per Post, oft nur einmal im Jahr. Gleichzeitig ändern sich Einkommen, Beitragszahlungen und Rentenanpassungen laufend. Um Altersvorsorge-Daten zentral verfügbar zu machen, hat die Deutsche Rentenversicherung (DRV) ein Online-Portal geschaffen, die Digitale Rentenübersicht, die nun für alle Interessierten geöffnet wurde, berichtet mainpost.de.

Zentrale Stelle startet Datenaustausch per Knopfdruck

Mit einem Knopfdruck hat die Zentrale Stelle für die Digitale Rentenübersicht bei der Deutschen Rentenversicherung den Datenaustausch für die Digitale Rentenübersicht gestartet“, heißt es laut inside-digital.de. In einer ersten Testphase konnten ausgewählte Nutzer ihre künftigen Ansprüche online prüfen, das Portal bewerten und Hinweise zur Nutzerfreundlichkeit geben.

Inzwischen steht der Zugang grundsätzlich allen offen, die Altersvorsorgeverträge besitzen. Die Plattform soll unterschiedliche Informationen, Darstellungsformen und Zeitpunkte der klassischen Rentenpost ersetzen, damit Prognosen zur späteren Versorgung leichter nachvollziehbar werden. Die Nutzung der Übersicht ist freiwillig und soll das bisherige Informationsschreiben nur ergänzen.

Ein Login für gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge

Im Mittelpunkt steht ein persönlicher Bereich, in dem nach Anmeldung alle gemeldeten Anwartschaften zusammengeführt werden. Nach Angaben der DRV umfasst dies die gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersversorgung in der Privatwirtschaft – etwa Pensionskassen, Pensionsfonds, Direktversicherungen, Direktzusagen und Unterstützungskassen – sowie die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes.

Hinzu kommen geförderte private Vorsorgeformen wie Riester- und Rürup-Verträge, kapitalbildende Lebensversicherungen mit Auszahlungsbeginn ab dem 60. Lebensjahr und bestimmte Fondssparpläne.

Für eine vollständige Darstellung müssen sich private Anbieter aktiv beteiligen und ihre Daten an die zentrale Plattform melden, damit alle Verträge einer Person zuverlässig zugeordnet werden können.

Anmeldung mit Personalausweis und Steuer-ID

Die Registrierung erfolgt laut rentenuebersicht.de über den Personalausweis mit Online-Funktion, ergänzt um die steuerliche Identifikationsnummer für die korrekte Zuordnung der Vorsorgeansprüche. Die Zentrale Stelle prüft derzeit weitere sichere Identifikationswege.

Parallel dazu bleibt der jährliche Brief der Rentenversicherung bestehen. Die digitale Übersicht ist ein zusätzliches Angebot, erläutert Imke Petersen, Projektverantwortliche bei der DRV, so mainpost.de. Die Teilnahme am Portal ist kostenfrei. Wer eingeloggt ist, kann Daten ähnlich wie im Online-Banking abrufen, persönliche Angaben aktualisieren, Anträge stellen oder Nachfragen übermitteln und die Informationen bei Bedarf für eine unabhängige Beratung exportieren.

Kosten, Nutzen und Grenzen des neuen Online-Portals

Für Entwicklung und erste Betriebsphase der Plattform werden rund 20 Millionen Euro veranschlagt, meldet inside-digital.de. Für den laufenden Betrieb rechnet die DRV mit jährlich etwa 4,5 Millionen Euro, die der Bund trägt. Nutzerinnen und Nutzer erhalten im Gegenzug eine strukturierte Übersicht über ihre voraussichtlichen Rentenansprüche und können daraus den voraussichtlichen Finanzbedarf im Alter ableiten.

Die digitale Übersicht ersetzt jedoch keine individuelle Strategie zur Altersvorsorge: Wer eine Rentenlücke erkennt, muss selbst entscheiden, ob zusätzliche Beiträge, private Verträge oder betriebliche Angebote sinnvoll sind. Ergänzend bleiben staatliche Leistungen wie Grundrente, Zuschüsse oder Härtefallregelungen bestehen, etwa wenn die reguläre Rente den Lebensunterhalt nicht deckt.