Altersarmut betrifft in Deutschland viele Menschen, besonders Frauen mit langen Phasen in Familie, Haushalt oder geringfügiger Beschäftigung. Gerade deshalb ist die Frage relevant, was nach zehn Jahren Minijob bei der Rente tatsächlich ankommt. Die kurze Antwort: viel Absicherung im Detail, aber nur wenig Geld im Monat. Laut wmn.de kann als grobe Faustregel gelten, dass ein Jahr Minijob später rund 5 Euro Monatsrente bringt. Wer zehn Jahre durchgehend arbeitet und Beiträge zahlt, landet damit bei ungefähr 50 Euro. Das ist ein Baustein, aber kein tragfähiges Einkommen fürs Alter.

10 Jahre Minijob bringen meist rund 50 Euro Monatsrente

Die grobe Tabelle ist leicht zu lesen: 1 Jahr Minijob entspricht etwa 5 Euro monatlicher Rente, 10 Jahre etwa 50 Euro, 20 Jahre rund 100 Euro. Wie stepstone.de berichtet, steigt die Monatsrente pro Jahr auf etwa 5,68 Euro, wenn der Eigenanteil zur Rentenversicherung gezahlt wird. Ohne diesen Eigenanteil sind es nur etwa 4,58 Euro pro Jahr. Die Einordnung ist wichtig: Selbst bei langer Beschäftigung bleibt der Renteneffekt klein. Wer nur auf den Minijob setzt, schließt die Rentenlücke damit meist nicht.

556 Euro Verdienst bedeuten 20,02 Euro Eigenanteil im Monat

Minijobs bis 556 Euro monatlich sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Der volle Beitragssatz liegt bei 18,6 Prozent, aufgeteilt in 15 Prozent vom Arbeitgeber und 3,6 Prozent Eigenanteil. Bei 556 Euro Verdienst ergeben sich so 83,40 Euro Arbeitgeberanteil und 20,02 Euro aus dem Lohn, zusammen 103,42 Euro Rentenbeitrag pro Monat. Eine Beispielrechnung: Wer zehn Jahre lang auf dieser Basis arbeitet, sammelt pro Jahr etwa 0,08 Entgeltpunkte. Nach zehn Jahren wären das rund 0,8 Entgeltpunkte. Bei einem Rentenwert von etwa 40 Euro ergäbe das rund 32 Euro Monatsrente, während andere Faustregeln auf rund 50 Euro kommen.

Ohne Eigenanteil sinkt nicht nur die Rente

Die Befreiung von der Rentenversicherung bringt kurzfristig etwas mehr Netto, kostet aber mehr als nur ein paar Euro im Alter. Ohne Eigenanteil entstehen keine vollen Rentenansprüche aus dem Minijob. Hinzu kommt: Der Schutz bei Erwerbsminderung kann verloren gehen, ebenso der Zugang zu Reha-Leistungen und die volle Anrechnung von Wartezeitmonaten für die Altersrente. Auch die Riester-Förderung ist an die Versicherungspflicht gekoppelt. Wer nur knapp kalkuliert, spart mit der Befreiung sofort Geld, verzichtet aber auf mehrere Leistungen, die später teuer fehlen können.

Riester und Midijob können die Lücke verkleinern

Weil 50 Euro nach zehn Jahren kein ausreichendes Polster schaffen, empfiehlt sich eine Ergänzung durch private Vorsorge. Im Ausgangsbeispiel aus den Quellen zahlt eine Person mit zwei Kindern jährlich 120 Euro in einen Riester-Vertrag ein und erhält 175 Euro Grundzulage sowie 300 Euro je Kind. So kommen 895 Euro pro Jahr zusammen. Nach 30 Jahren wären bei 2 Prozent Zins rund 37.000 Euro Kapital möglich, was etwa 140 Euro Zusatzrente ergeben kann. Wer höhere Ansprüche aufbauen will, kann statt eines Minijobs auch einen Midijob prüfen, weil dort mehr Beiträge und damit mehr Rentenansprüche entstehen.