Ein Jobwechsel ist für viele Beschäftigte eine der wenigen Gelegenheiten, das eigene Einkommen spürbar anzuheben. Im Median liegt das Gehaltsplus nach einem Wechsel bei acht Prozent, wie wmn.de unter Berufung auf den StepStone-Gehaltsreport berichtet. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das mehr als eine Karrierenotiz, denn schon wenige Prozentpunkte wirken sich auf laufende Ausgaben, Rücklagen und die spätere Altersvorsorge aus. Auffällig ist allerdings, dass nicht alle Gruppen in gleichem Maß von diesem Effekt profitieren. Besonders bei Frauen fällt das Plus oft deutlich kleiner aus.

Acht Prozent mehr Gehalt im Median

Wer die Stelle wechselt, kann im Regelfall mit einem höheren Einkommen rechnen. Der genannte Median von acht Prozent ist ein Orientierungswert, keine Garantie für jedes Angebot. Dennoch zeigt die Zahl, dass ein Wechsel finanziell relevant sein kann. Entscheidend ist dabei nicht nur das neue Grundgehalt, sondern auch, ob Beschäftigte Bonuszahlungen, Zuschläge oder weitere Leistungen einpreisen. Gerade in Phasen steigender Lebenshaltungskosten kann ein zu niedrig angesetztes Angebot noch lange nachwirken. Deshalb lohnt es sich, vor Vertragsabschluss die gesamte Vergütungsstruktur genau zu prüfen und nicht nur auf das Monatsbrutto zu schauen.

Männer erreichen zehn Prozent, Frauen fünf

Besonders groß ist der Abstand zwischen den Geschlechtern. Männer können bei einem Jobwechsel laut den im Bericht genannten Daten im Schnitt mit rund zehn Prozent mehr Gehalt rechnen. Bei Frauen liegt der Wert nur bei etwa fünf Prozent. Damit fällt der Zuwachs nur halb so hoch aus. Für das Jahresnetto macht das einen erheblichen Unterschied, der sich mit jedem weiteren Karriereschritt fortschreiben kann. Wer mit einem niedrigeren Gehalt einsteigt, verhandelt spätere Erhöhungen oft ebenfalls von einer schwächeren Ausgangsbasis aus. So wächst die Lücke über Jahre weiter.

60 Prozent fühlen sich in Verhandlungen unwohl

Ein Grund liegt offenbar im Verhandlungsgefühl. Rund 60 Prozent der von StepStone befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gaben an, sich in Gehaltsgesprächen eher oder sogar sehr unwohl zu fühlen. Frauen berichteten dies häufiger. Laut wmn.de steigt mit einem sicheren Auftreten die Wahrscheinlichkeit, am Ende tatsächlich mehr Geld zu erhalten. Umgekehrt gilt auch: Wer unsicher in die Verhandlung geht, erzielt eher keinen Aufschlag. Für Beschäftigte ist das eine praktische Information. Gute Vorbereitung kann die Erfolgschancen erhöhen, etwa mit konkreten Gehaltszahlen, belegbaren Erfolgen und einem klaren Zielwert für das Gespräch.

Wunschgehalt und Schmerzgrenze vorab festlegen

Neben dem persönlichen Auftreten nennt der Bericht auch strukturelle Unterschiede. Männer verhandeln demnach oft hartnäckiger und selbstbewusster, was die Ungleichheit verstärkt. Für Arbeitnehmerinnen kann es deshalb sinnvoll sein, die eigene Forderung vor dem Gespräch schriftlich festzuhalten. Hilfreich sind zwei feste Marken: das Wunschgehalt und die absolute Untergrenze. Wer beide Werte vorher definiert, reagiert in der Situation meist weniger spontan und gibt seltener vorschnell nach. Ein Jobwechsel kann finanziell lohnend sein. Ohne klare Vorbereitung droht jedoch, dass ein Teil des möglichen Einkommensplus ungenutzt bleibt.