Für viele Menschen gehört der Coffee-to-go längst so selbstverständlich zum Alltag wie Zähneputzen – doch der Lieblingsdrink wird zur kostspieligen Gewohnheit.

In den vergangenen Jahren ist Kaffee deutlich teurer geworden, und Branchenexpert:innen rechnen damit, dass das Niveau auch 2026 hoch bleibt.

Zwar haben sich die extremen Preisspitzen an der Börse zuletzt etwas entspannt, doch im Alltag von Konsument:innen macht sich das kaum bemerkbar. Ob im hippen Café in Los Angeles oder im Supermarkt in Berlin: Kaffee entwickelt sich immer mehr zum Genussmittel mit Premium-Preisschild.

Klimawandel trifft Kaffeeplantagen weltweit hart

Was nach glamourösem Lifestyle aussieht, hat eine harte Realität im Hintergrund: Der Klimawandel setzt den Plantagen in wichtigen Anbauländern wie Brasilien und Vietnam massiv zu. Dürreperioden, extreme Hitze und Starkregen zerstören Ernten oder drücken die Qualität der Bohnen, sodass weniger Rohkaffee auf den Weltmarkt gelangt.

Für Produzent:innen bedeutet das höhere Risiken und schwankende Erträge, für Händler:innen knapperes Angebot. In der Folge steigen die Weltmarktpreise für Arabica und Robusta und haben seit 2024 zeitweise den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht.

Produktionskosten steigen – vom Feld bis zum Hafen

Neben Wetterextremen treiben auch deutlich gestiegene Produktionskosten die Preise nach oben. In vielen Ursprungsländern haben sich Löhne, Energie, Dünger und Transport spürbar verteuert, was sich direkt im Bohnenpreis niederschlägt. Hinzu kommen höhere Ausgaben für nachhaltigere Anbaumethoden und Zertifizierungen, die vor allem für Bio- und Spezialitätenkaffees wichtig sind.

Diese Sorten reagieren besonders empfindlich auf Kostenschübe, da sie ohnehin mit strengeren Qualitätsanforderungen arbeiten. Für Röstereien bedeutet das: Die Einkaufspreise klettern, die Margen schrumpfen – und am Ende landet ein Teil der Mehrkosten auf dem Kassenbon.

Supermarktpreise erreichen neues Niveau

Im Alltag zeigt sich die Entwicklung längst im Regal: Markenkaffee im deutschen Supermarkt bewegt sich inzwischen in einem Bereich, der früher eher Premiumprodukten vorbehalten war. Besonders deutlich wird der Sprung bei Spezialitäten- und Bio-Kaffees, die durch höhere Rohkaffeepreise und Qualitätsstandards stärker belastet sind.

Für viele Konsument:innen wird der tägliche Cappuccino damit zur kleinen Luxusausgabe, während Cafés ihre Karten anpassen müssen, um wirtschaftlich zu bleiben. Preisaktionen werden seltener, und auch Eigenmarken ziehen nach – der frühere Billigkaffee rückt in weite Ferne.

2026: Plateau auf hohem Preisniveau erwartet

Zu Beginn des Jahres 2026 liegen die Rohkaffeepreise an den Weltbörsen zwar etwas unter den extremen Höchstständen von 2024/25, bleiben aber historisch hoch. Fachleute hatten bereits prognostiziert, dass die Preise 2025 nochmals anziehen und 2026 nur leicht nachgeben könnten, sofern die Ernten besser ausfallen.

Für Endkund:innen bedeutet das eher ein Plateau auf hohem Niveau: Handel und Röstereien geben sinkende Börsenpreise meist verzögert und nur teilweise weiter, während Energie, Löhne und strengere EU-Regeln – etwa zur Entwaldung – die Kosten weiter oben halten.