Hybride Arbeitsmodelle haben sich nach der Coronapandemie im deutschen Arbeitsmarkt etabliert. Viele Unternehmen erlauben ihren Beschäftigten, an einzelnen Tagen von zu Hause aus zu arbeiten – oft ohne gesetzlichen Anspruch, aber als fest verankerte Praxis. Rund ein Viertel der Erwerbstätigen war 2023 im Homeoffice tätig, das Niveau liegt damit stabil über dem Vorkrisenjahr 2019, als 13 Prozent daheim arbeiteten, wie tagesschau.de berichtet. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet das mehr Flexibilität, geringere Pendelzeiten und Einsparungen bei Fahrtkosten, während Betriebe Büroflächen und Infrastruktur gezielter planen können.

55 Prozent: Freitag ist wichtigster Homeoffice-Tag

Besonders deutlich sind die Vorlieben bei der Wahl der Homeoffice-Tage. Laut einer Befragung von rund 9.000 Unternehmen durch das ifo Institut ist der Freitag in 55 Prozent der Betriebe der häufigste Tag für Arbeiten von zu Hause, gefolgt vom Montag mit 35 Prozent. Dazwischen liegt häufig die klassische Präsenzphase von Dienstag bis Donnerstag. In der Industrie setzen 66 Prozent der Betriebe auf den Freitag als wichtigsten Heimarbeitstag, bei Dienstleistern sind es 58 Prozent. Handel und Baugewerbe nutzen das Modell deutlich seltener; dort liegt der Anteil bei rund 28 Prozent. Besonders verbreitet sind flexible Arbeitsorte in großen Unternehmen mit geeigneten Tätigkeiten.

64 Prozent der Firmen mit Homeoffice-Angebot

Insgesamt nutzen etwa 64 Prozent der Unternehmen in Deutschland Homeoffice-Optionen, meldet das ifo Institut. Industrie und Dienstleistungen bieten diese Möglichkeit deutlich häufiger an als Handel und Bauwirtschaft, wo viele Tätigkeiten an physische Präsenz gebunden sind. Seit 2019 hat sich die Zahl der Personen, die vollständig von zu Hause aus arbeiten, nahezu vervierfacht: 2,3 Millionen Beschäftigte arbeiteten 2022 ausschließlich im heimischen Büro, zitiert Spiegel aus Regierungsangaben. Gleichzeitig gehen viele Betriebe zu klar geregelten hybriden Modellen über, in denen Präsenztage für Meetings und Teamarbeit festgelegt sind und Heimarbeitstage für konzentrierte Aufgaben reserviert werden.

Weniger reine Heimarbeit, mehr hybride Modelle

Die Nutzung von Heimarbeit bleibt auf hohem Niveau, verändert jedoch ihre Struktur. 2024 arbeiteten nur noch 24 Prozent der Homeoffice-Nutzenden ausschließlich von zu Hause aus; 2023 waren es 26 Prozent, auf dem Höhepunkt der Pandemie 2021 sogar 40 Prozent, so tagesschau.de. Parallel dazu steigt der Anteil derjenigen, die weniger als die Hälfte ihrer Arbeitstage außerhalb des Büros verbringen – inzwischen knapp 46 Prozent. Ein wesentlicher Treiber ist die Entfernung zum Arbeitsplatz: Bei einem Arbeitsweg von 50 Kilometern oder mehr arbeiten 42 Prozent der Beschäftigten von zu Hause, bei unter fünf Kilometern sind es lediglich 14 Prozent. Damit wird Heimarbeit vor allem bei langen Pendelstrecken wirtschaftlich attraktiv.

35- bis 44-Jährige mit höchster Homeoffice-Quote

Besonders stark nutzen mittlere Altersgruppen Homeoffice-Angebote. Den höchsten Anteil verzeichnet die Gruppe der 35- bis 44-Jährigen mit 29 Prozent, dicht gefolgt von den 25- bis 34-Jährigen mit 28 Prozent, berichtet wmn.de. In diesen Lebensphasen müssen viele Personen Beruf, Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben koordinieren, sodass flexible Arbeitsorte einen klaren Alltagsvorteil bringen. Im EU-Vergleich liegt Deutschland mit einer Homeoffice-Quote von 24 Prozent leicht über dem Durchschnitt von 23 Prozent. In vielen Betrieben verändert sich parallel die Rolle des Büros: Es wird zunehmend als Ort für persönlichen Austausch, Besprechungen und Mentoring genutzt, während konzentrierte Aufgaben auf Montag- und Freitagstermine im Homeoffice verlagert werden.