Mieter und Eigentümer müssen sich für die letzte Heizperiode auf spürbar höhere Nebenkosten einstellen, wenn die Rechnung für 2025 ins Haus flattert – obwohl Energie an den Märkten günstiger geworden ist.
Laut aktueller Prognose des Mess- und Energiedienstleisters Techem, klettern die gesamten Ausgaben fürs Heizen im Mittel um 8,6 Prozent, berichtet „t-online“. Ursache ist nicht die Preisentwicklung, sondern vor allem der deutlich gestiegene Verbrauch: 2025 war im Bundesdurchschnitt kälter als das Vorjahr, entsprechend wurden Heizungen länger und stärker genutzt. Besonders kräftig zulegen Fernwärme und Gas, während Nutzer von Ölheizungen glimpflicher davonkommen.
13,2 Prozent Plus: Fernwärme als Kostentreiber
Im Detail zeigt die Prognose, dass sich der Wärmebedarf um rund 11,6 Prozent erhöht hat. Gleichzeitig sind die Tarife für Heizöl um 8,2 Prozent, für Strom um 2,1 Prozent und für Gas um 1,6 Prozent gesunken. Der Spareffekt wurde jedoch vom Mehrverbrauch komplett aufgefressen.
Besonders betroffen sind Haushalte, die an ein Wärmenetz angeschlossen sind: Für Fernwärme wird ein Anstieg der Abrechnung um 13,2 Prozent erwartet, für Gas um 9,7 Prozent und für Strom um 9,2 Prozent.Besitzer von Ölheizungen kommen mit einem durchschnittlichen Plus von 2,4 Prozent noch moderat davon. Die angegebenen Werte beziehen sich jeweils auf den Vergleich der Heizjahre 2024 und 2025.
14,2 Prozent in Baden-Württemberg, 21 Prozent in Karlsruhe
Neben den Energiearten spielen regionale Unterschiede eine große Rolle. Am stärksten steigen die Rechnungen demnach in Baden-Württemberg: Dort wird mit einem Plus von 14,2 Prozent gerechnet. Sachsen mit 13,3 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 12,2 Prozent folgen knapp dahinter. Am anderen Ende der Skala liegt Schleswig-Holstein, wo der erwartete Zuwachs bei lediglich 2,8 Prozent liegt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern (5,8 Prozent) und Niedersachsen (5,9 Prozent) bleibt der Aufschlag begrenzt.
Bei Betrachtung einzelner Städte sticht Karlsruhe hervor: Dort kann die Heizkostenabrechnung für 2025 um bis zu 21 Prozent höher ausfallen. Halle (Saale) mit 14,8 Prozent und Dresden mit 14,6 Prozent verzeichnen ebenfalls kräftige Aufschläge; Kiel liegt mit 0,7 Prozent am unteren Ende, berichtet „t-online.de“.
CO₂-Preis 2026: Bis zu 65 Euro pro Tonne
Zusätzlich zu den witterungsbedingten Mehrkosten verteuert der Staat das Heizen mit Gas und Öl weiter. Der nationale CO₂-Preis steigt 2026 nach Angaben des ADAC von bisher 55 auf bis zu 65 Euro pro Tonne. Für Endkunden bedeutet das: Bei Gas kann der Aufschlag im neuen Jahr bis zu 1,55 Cent je Kilowattstunde betragen, bei Heizöl bis zu 20,70 Cent pro Liter, inklusive Mehrwertsteuer. Grundlage ist der Emissionsfaktor der jeweiligen Brennstoffe.
CO₂-Kosten teilen: Rechte von Mietern und Eigentümern
Wichtig für Haushalte ist die Aufteilung der CO₂-Abgabe zwischen Vermietern und Mietern. Je schlechter der energetische Zustand eines Gebäudes, desto höher fällt der Anteil des Eigentümers aus. Bei einem CO₂-Ausstoß von mehr als 52 Kilogramm pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr tragen Vermieter bis zu 95 Prozent der Abgabe, während Mieter nur 5 Prozent zahlen. In gut sanierten Häusern mit sehr niedrigem Ausstoß können hingegen bis zu 100 Prozent auf die Bewohner umgelegt werden.
Die Brennstoffrechnung muss Verbrauch, Emissionen, Emissionsfaktoren und Kosten getrennt ausweisen; diese Angaben sind Grundlage der Heizkostenabrechnung. Werden die CO₂-Posten dort nicht explizit aufgeführt, dürfen Mieter ihre Heizkosten pauschal um drei Prozent kürzen, so ADAC.