Sobald die Temperaturen sinken, steigen die Infektionen der oberen Atemwege. Ursache ist weniger die Kälte draußen als vielmehr der Kontakt zu anderen Menschen in schlecht gelüfteten Räumen und trockene Heizungsluft, die die Schleimhäute austrocknet, meldet „aok.de“.
Eine sichere Methode, Infekte komplett zu vermeiden, gibt es nicht. Doch wer sich ausgewogen ernährt, viel bewegt und ausreichend trinkt, stärkt seine körpereigene Abwehr. Kommt es trotzdem zu Schnupfen, Husten und Halsschmerzen, lassen sich Beschwerden mit bewährten Hausmitteln abmildern. Wichtig ist ein früher Beginn der Anwendung, um das Immunsystem gezielt zu unterstützen.
Echinacea, Pelargonie, Holunder: Pflanzen für die Abwehr
Zu den am besten untersuchten Heilpflanzen gehört Purpursonnenhut (Echinacea purpurea). Studien zeigen, dass Extrakte aus der Pflanze Immunzellen anregen und die Bildung von Antikörpern fördern, berichtet NDR. Auch Sauerampfer mit hohem Vitamin-C-Gehalt wirkt antiviral und entzündungshemmend, besonders in Kombination mit Schlüsselblume oder Eisenkraut.
Die afrikanische Pelargonie verbessert durch ihren Wurzelextrakt den Abtransport von Schleim, sodass Viren schwerer anhaften. In Apotheken sind daraus entwickelte Präparate verfügbar, oft kombiniert mit weiteren Kräutern wie Wasserdost. Diese Mittel können die Dauer und Stärke eines grippalen Infekts verringern, ersetzen aber keinen ärztlichen Rat bei starkem Krankheitsgefühl oder Fieber.
Tee, Säfte, Fußbäder: Wärme als Therapeutikum
Wärme spielt bei beginnender Erkältung eine zentrale Rolle. Tee aus Linden- und Holunderblüten fördert die Durchblutung, unterstützt das Schwitzen und versorgt den Körper mit sekundären Pflanzenstoffen. Warme Säfte aus Holunderbeeren oder Sanddorn liefern zusätzlich Vitamin C, Vitamin A, Eisen und Zink und können die Abwehrkräfte stärken.
Traditionelle Anwendungen wie Fußbäder mit Senfmehl oder Thymian öffnen die Kapillargefäße und regen die Durchblutung an. Dadurch gelangen Abwehrzellen schneller an die Schleimhäute. Auch Zistrosentee wird genutzt, um Infektionen der Atemwege zu begleiten. All diese Maßnahmen sollten von Ruhe und ausreichender Flüssigkeitszufuhr begleitet werden.
Inhalation und Gurgellösungen für freie Atemwege
Bei akuter Erkältung hat Inhalation mit Wasserdampf einen wichtigen Effekt: Die Schleimhäute werden angefeuchtet, die Durchblutung steigt, und Abwehrzellen erreichen den Einsatzort besser. Als Zusätze eignen sich Kamillenblüten, Eukalyptus, Latschenkiefer oder Thymian. Kamille wirkt zusätzlich leicht austrocknend und entzündungshemmend. Zwei Anwendungen täglich mit heißem, aber nicht kochendem Wasser gelten als sinnvoll.
Inhalatoren mit Kochsalzlösung erzeugen einen feinen Nebel, der bis in die Bronchien vordringt und Schleim löst. Ätherische Öle gehören aber nicht in solche Geräte, da sie die Bronchien reizen können. Gegen Halsschmerzen helfen Gurgellösungen und Bonbons mit Salbei, Malvenblüten oder Süßholz.
Husten, Schmerzen, Vorbeugung: Was sinnvoll ist
Gegen Husten kommen Kapuzinerkresse und Meerrettich zum Einsatz. Ihre Senföle wirken antibakteriell; Studien zeigen eine Wirksamkeit, die mit Antibiotika vergleichbar sein kann. Wegen möglicher Magenreizung gelten selbst hergestellte Hustensäfte aus Meerrettich und Honig als mildere Alternative. Für trockenen Husten bietet sich Efeu an, bei verschleimten Bronchien Spitzwegerich oder Thymian-Wickel auf der Brust.
Ein Tee aus Mädesüß, Pfefferminze und Weidenrinde kann Kopf-, Glieder- und Fieberschmerzen lindern. Zur Vorbeugung empfiehlt sich etwa ein Brotaufstrich aus Thymian, Kapuzinerkresse, Meerrettich, Salbei und Spitzwegerich in Quark. Kombipräparate aus der Apotheke sollten kritisch genutzt werden, da sie Symptome nur unterdrücken und Sekretstau verursachen können.
Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, die genannten Hausmittel ersetzen keine medizinische Behandlung und sind teils nicht wissenschaftlich abgesichert.