Schätzungsweise zwischen fünf und 20 Prozent der Bevölkerung stecken sich in Deutschland jährlich mit Influenzaviren an, meldet stiftung-gesundheitswissen.de. In Europa häufen sich die Infektionen im Winter, dann spricht man von einer Grippewelle, deren Stärke von Saison zu Saison stark schwankt. Laut Robert Koch-Institut führt Influenza dazu, dass jedes Jahr zwischen einer und sieben Millionen Menschen zusätzlich eine Arztpraxis aufsuchen. 

Hohe Krankheitslast in Deutschland und Europa

Grippeviren zirkulieren weltweit, doch die Hauptsaison liegt, wie aktuell, in Europa in den kalten Monaten. Die Belastung für Hausarztpraxen und Kliniken steigt dann deutlich. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden berichten mehr als die Hälfte der Länder in manchen Saisons von hoher oder sehr hoher Influenza-Aktivität.

Besonders Kinder müssen häufiger ins Krankenhaus oder zum Kinderarzt, zunehmend sind auch jüngere Erwachsene betroffen. Fachleute gehen davon aus, dass mit zeitlicher Verzögerung auch bei Seniorinnen und Senioren mehr schwere Verläufe auftreten, weil deren Immunsystem häufiger vorerkrankt oder geschwächt ist.

Fünf frühe Anzeichen, die ernst genommen werden sollten

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist vor allem die frühe Erkennung entscheidend. Typisch ist ein plötzlich einsetzendes Fieber ab etwa 38,5 Grad, oft verbunden mit ausgeprägten Kopfschmerzen. Drittens berichten viele Erkrankte über starke Gliederschmerzen, die „wie Muskelkater am ganzen Körper“ empfunden werden, so Expertinnen und Experten auf stiftung-gesundheitswissen.de.

Viertes Warnsignal ist Schüttelfrost, der selbst unter Decken anhält. Fünftes frühes Zeichen sind rasch auftretende Atemwegssymptome wie trockener Husten und Halsschmerzen. Bei Kindern kommen nicht selten Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen hinzu, was die Abgrenzung zu Magen-Darm-Infekten erschwert.

Wann ein Arztbesuch besonders wichtig ist

Mediziner empfehlen, bei diesen frühen Anzeichen nicht zu lange zu warten, vor allem wenn Fieber und Schmerzen innerhalb weniger Stunden deutlich zunehmen. Antivirale Medikamente wirken nach Angaben von Fachgesellschaften am zuverlässigsten, wenn sie innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn verabreicht werden, berichtet it-boltwise.de.

Risikogruppen wie Menschen mit Asthma, COPD, Herzschwäche, Diabetes, Schwangere oder Hochbetagte profitieren besonders von einer raschen ärztlichen Einschätzung. Ein erneuter Fieberschub nach bereits eingetretener Besserung kann ein Hinweis auf eine bakterielle Zweitinfektion sein und sollte immer abgeklärt werden.

Impfungen und Alltagsregeln zur Vorbeugung

Um Infektionen und schwere Verläufe zu verringern, empfehlen Gesundheitsbehörden die saisonale Grippeimpfung, vor allem für chronisch Kranke, Ältere und Menschen mit viel Kontakt zu anderen. Auch wenn die Impfung idealerweise im Herbst erfolgt, kann sie in vielen Saisons noch später sinnvoll sein.

Im Alltag senken häufiges Händewaschen, Lüften und das Meiden enger Kontakte bei Fieber das Risiko weiterer Ansteckungen. Erkrankte sollten zu Hause bleiben, viel trinken und bei Bedarf Fieber- und Schmerzmittel nach ärztlicher Rücksprache nutzen. Für Kinder wird zur Linderung von Husten häufig Honig empfohlen – allerdings nicht im ersten Lebensjahr.