Wie hoch ein faires Gehalt ausfällt, hängt in Deutschland von mehreren Faktoren ab: Beruf, Region, Alter und Geschlecht spielen eine große Rolle. Eine aktuelle Übersicht zu 100 beliebten Berufen sammelt die mittleren Bruttolöhne und schafft damit eine praktische Vergleichsbasis für Arbeitnehmer. Grundlage ist der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, ergänzt um weitere Auswertungen zum allgemeinen Lohnniveau. Wer das eigene Einkommen einordnen will, bekommt damit keinen individuellen Tarifvertrag ersetzt, aber einen brauchbaren Richtwert für den Arbeitsmarkt und die Frage, was in vielen Jobs als üblich gilt.
45.800 Euro brutto pro Jahr als Vergleichswert
Der mittlere Verdienst von Vollzeitbeschäftigten liegt in Deutschland bei 45.800 Euro brutto jährlich, also bei 3.816 Euro im Monat, wie rtl.de unter Berufung auf Stepstone zusammenfasst. Maßgeblich ist dabei der Median und nicht der Durchschnitt. Das heißt: Jeweils die Hälfte der Gehälter liegt darüber oder darunter. Dieser Wert gilt als robuster, weil sehr hohe oder sehr niedrige Einkommen ihn weniger stark verzerren.
Für Verbraucher ist das wichtig, weil sich das eigene Gehalt dadurch realistischer mit typischen Einkommen in einem Beruf vergleichen lässt als mit bloßen Durchschnittswerten.
Entgeltatlas ordnet 100 Berufe nach Marktwert ein
Die Übersicht mit 100 beliebten Jobs stützt sich auf den Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Dort lässt sich nachsehen, welches mittlere Bruttomonatsgehalt in einzelnen Tätigkeiten gezahlt wird und wie stark sich Vergütungen unterscheiden können. Wer etwa über einen Jobwechsel nachdenkt oder eine Gehaltsverhandlung vorbereitet, kann die Tabelle als erste Orientierung nutzen.
Sie ersetzt keine individuelle Berechnung, weil Berufserfahrung, Unternehmensgröße und Qualifikation weiterhin eine Rolle spielen. Als Einstieg in den Gehaltsvergleich ist die Zusammenstellung aber besonders nützlich, weil viele verbreitete Tätigkeiten auf einen Blick erfasst werden.
Hessen bei 54.322 Euro, Mecklenburg-Vorpommern bei 41.513
Nicht nur der Jobtitel beeinflusst das Einkommen, sondern auch der Arbeitsort. Nach einer Auswertung von Kununu liegt Hessen beim durchschnittlichen Jahresgehalt mit 54.322 Euro vorn, während Mecklenburg-Vorpommern mit 41.513 Euro das Ende des Bundesländer-Rankings bildet.
Wer Angebote vergleicht, sollte diesen regionalen Abstand deshalb mitdenken. Ein nominell höherer Lohn in einem anderen Bundesland kann zwar attraktiv wirken, doch erst im Zusammenspiel mit Lebenshaltungskosten und Branche wird das Bild vollständig. Für die Einordnung des eigenen Verdienstes bleibt der Wohn- und Arbeitsort daher ein zentraler Maßstab.
Frauen verdienen im Schnitt 6.920 Euro weniger
Zusätzliche Unterschiede zeigen sich beim Blick auf die Geschlechter. Frauen kommen laut RTL im Schnitt auf 45.887 Euro brutto pro Jahr, Männer auf 52.807 Euro. Die Lücke beträgt damit 6.920 Euro.
„Unsere Zahlen zeigen, dass nach wie vor keine Gehaltsgerechtigkeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt existiert. Das trifft auf den Vergleich zwischen den Geschlechtern, aber auch auf den regionalen Vergleich zu“, so Kununu-CEO Nina Zimmermann laut RTL.
Neben der Tabelle zu den 100 Berufen liefert auch das eine wichtige Einordnung: Nicht jede Abweichung beim Lohn hängt allein mit der konkreten Tätigkeit zusammen.
Die Tabelle im Überblick
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