Viele Menschen suchen gezielt nach Berufen mit sicherem Einkommen, planbaren Arbeitszeiten und positivem Image. Doch jenseits von Kanzlei, Klinik oder Konzern gibt es Tätigkeiten, die finanziell attraktiv sind, aber nur wenige Interessenten finden. Gründe sind oft emotionale Belastung, ungewöhnliche Arbeitszeiten oder ein Umfeld, das viele als unangenehm empfinden. Für Verbraucherinnen und Verbraucher, die offen für Alternativen sind oder einen Quereinstieg planen, können diese Nischenberufe jedoch eine Chance auf gutes Einkommen bei vergleichsweise geringer Konkurrenz bieten, wie Auswertungen von Gehaltsdatenportalen zeigen.
Bestattungswesen und Tatortreinigung: bis 44.400 Euro
Im Bestattungsbereich reichen die Einkommen laut news.kununu.com bis rund 44.400 Euro jährlich. Mitarbeitende organisieren Trauerfeiern, koordinieren Formalitäten und begleiten Angehörige in Ausnahmesituationen. Gefordert sind psychische Stabilität, Diskretion und hohes Einfühlungsvermögen. Eine formelle Ausbildung als Bestattungsfachkraft existiert zwar, ist aber nicht zwingende Voraussetzung, viele Betriebe öffnen sich für Quereinsteiger.
Ähnlich sieht es in der Tatortreinigung aus: körperlich und psychisch anspruchsvolle Einsätze, dafür überdurchschnittliche Bezahlung und vergleichsweise wenig Konkurrenz. Für Menschen, die belastbar sind und geregelte Abläufe schätzen, kann dies ein stabiler, wenn auch ungewöhnlicher Karriereweg sein.
Gastronomie-Service und Abschleppdienst: bis knapp 49.600 Euro
Servicekräfte in Restaurants und Bars arbeiten häufig abends, am Wochenende und an Feiertagen. Trotzdem erreichen Spitzengehälter im Gastgewerbe laut news.kununu.com bis zu 42.200 Euro brutto im Jahr, bei einem Mindestbereich von etwa 20.300 Euro. Trinkgelder können das Einkommen zusätzlich erhöhen. Personalengpässe führen dazu, dass erfahrene Kräfte ihre Position oft gut verhandeln können.
Im Abschleppdienst liegen Topgehälter bei rund 48.400 bis 49.600 Euro jährlich. Voraussetzung ist in der Regel ein Führerschein für schwere Fahrzeuge, technisches Verständnis und die Bereitschaft zu unregelmäßigen Einsatzzeiten. Einige Betriebe wünschen eine Ausbildung im Kfz- oder Berufskraftfahrerbereich, erlauben aber ebenfalls Quereinstiege.
Metzgerei und Fleischverarbeitung: bis 50.000 Euro
In Metzgereien ist der Arbeitsalltag körperlich fordernd: schwere Lasten, Arbeit in kühlen Räumen und täglicher Umgang mit Tierkörpern. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen Fleischkonsum aus gesundheitlichen oder ethischen Gründen ab, was den Beruf zusätzlich unattraktiv erscheinen lässt.
Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann jedoch profitieren: Gehaltsangaben sprechen von durchschnittlich etwa 32.700 Euro und Spitzenwerten bis zu 46.300, in manchen Betrieben sogar rund 50.000 Euro im Jahr.Handwerklich geschickte Fachkräfte sind rar, Betriebe investieren daher oft in langfristige Bindung, zum Beispiel über Fortbildungen oder spezialisierte Tätigkeitsfelder wie Zerlegung, Wurstherstellung oder Qualitätskontrolle, meldet onlinemarketing.de.
Kirche und Fernsehplanung: bis über 89.400 Euro
Pfarrerinnen und Pfarrer erzielen mit Abstand die höchsten Einkommen in dieser Gruppe: Durchschnittswerte um 51.500 Euro, Spitzen bis etwa 89.400 Euro jährlich. Dem gegenüber stehen lange Ausbildungswege von rund acht Jahren sowie hohe Anforderungen an Verantwortung, seelsorgerliche Kompetenz und Dienstbereitschaft an Wochenenden und Feiertagen.
Parallel dazu existiert ein eher unscheinbarer, aber gut vergüteter Medienberuf: TV-Planerinnen und -Planer koordinieren lineare Programme, analysieren Quoten und optimieren Sendeplätze. Gehälter erreichen laut business-punk.com Durchschnittswerte um 48.900 Euro, mit möglichen Spitzen bis etwa 77.600 bis 80.100 Euro. Trotz Streaming-Boom bleibt die Expertise für Programmgestaltung im klassischen Fernsehen gefragt, besonders bei großen Sendergruppen.