Die durchschnittliche Bezugsdauer einer gesetzlichen Altersrente hat 2025 in Deutschland 21,93 Jahre betragen, wie Stern unter Verweis auf Daten der Deutschen Rentenversicherung berichtet. Für Verbraucher ist die Zahl vor allem deshalb relevant, weil sie den Ruhestand nüchtern einordnet: Wer meist mehrere Jahrzehnte Beiträge zahlt, erhält die gesetzliche Rente im statistischen Mittel deutlich kürzer, als das Erwerbsleben gedauert hat. Zugleich ist der Wert keine Prognose für neue Renteneintritte, sondern eine Rückschau auf Altersrenten, die 2025 endeten und in den meisten Fällen mit dem Tod des Rentenbeziehers ausliefen.
Frauen beziehen 3,37 Jahre länger Rente als Männer
Zwischen den Geschlechtern blieb der Abstand klar. Männer kamen 2025 auf eine durchschnittliche Bezugsdauer von 20,30 Jahren, Frauen auf 23,47 Jahre. 2024 lagen die Werte noch bei 20,14 und 23,23 Jahren; insgesamt hatte der Durchschnitt damals 21,72 Jahre betragen. Auch nach Rentenarten gab es Unterschiede: Regelaltersrenten wurden 2025 im Schnitt 21,62 Jahre gezahlt, Altersrenten für langjährig Versicherte 19,20 Jahre und Altersrenten für schwerbehinderte Menschen 20,95 Jahre. Solche Vergleiche sind nur begrenzt belastbar, weil sich Zugangswege und Jahrgänge der einzelnen Rentenarten unterscheiden.
Seit 1974 hat sich die Bezugsdauer stark verlängert
Langfristig hat sich die Rentenzeit deutlich ausgeweitet. In der Zeitreihe zu den Versichertenrenten sieht die durchschnittliche Bezugsdauer so aus:
1974 in den alten Bundesländern bei 10,6 Jahren für Männer und 13,4 Jahren für Frauen
1984 waren es 11,7 und 14,6 Jahre
1999 dann 13,6 und 18,7 Jahre
2009 erreichten die Werte 15,8 und 20,6 Jahre
2024 schließlich 18,9 und 22,1 Jahre.
Gestiegene Lebenserwartung verlängerte den Rentenbezug, zugleich bremsten spätere Renteneintritte und die schrittweise höhere Regelaltersgrenze den weiteren Anstieg.
Renteneintritt mit 64,7 Jahren bremst den Zuwachs
Der spätere Start in den Ruhestand ist längst in den Daten angekommen. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei Altersrenten lag 2024 bei 64,7 Jahren; 2004 hatte es für Frauen 63,0 und für Männer 63,1 Jahre betragen, wie Destatis meldet. Die Regelaltersgrenze steigt bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre.
Gleichzeitig nahm die Lebenserwartung nach den Rückgängen in der Coronapandemie 2023 und 2024 wieder zu. Das Vor-Corona-Niveau wurde wieder erreicht. Für die Rentendauer heißt das: Sie wächst nicht mehr so schnell wie früher, bleibt aber im historischen Vergleich hoch.
764.100 Menschen brauchten 2025 Grundsicherung im Alter
Für die finanzielle Einordnung zählt nicht nur die Dauer des Bezugs, sondern auch die Lage im Ruhestand. 2025 erhielten rund 21,5 Millionen Menschen eine gesetzliche Rente; gut 4,1 Millionen bezogen zugleich eine eigene und eine Hinterbliebenenrente. Knapp 764.100 Menschen waren zum Jahresende auf Grundsicherung im Alter angewiesen, ein Plus von 3,4 Prozent zum Vorjahr, wie Destatis ausweist. Das mittlere Nettoäquivalenzeinkommen von Menschen ab 65 Jahren lag zuletzt bei 2.080 Euro im Monat. Rentnerhaushalte deckten 92 Prozent ihres Einkommens aus Renten und Pensionen.
Quellen: Stern, ms-aktuell.de, destatis.de, KI-unterstützt