Trennungen gehören zu den intensivsten Krisen im Liebesleben – und doch fällt es vielen schwer, den Ex emotional loszulassen. Laut liebes-magazin.de denken über 70 Prozent der Getrennten immer wieder daran, wie sie schneller Abstand gewinnen können. Kein Wunder: Hormone wie Dopamin, Oxytocin und Serotonin wirken in Beziehungen fast wie ein Suchtcocktail. Fällt dieser plötzlich weg, folgen oft Schlaflosigkeit, Appetitverlust, Herzrasen und ein Gefühl tiefer Leere. Psychologen sprechen sogar vom Broken-Heart-Syndrom, das vor allem Frauen treffen kann und sich ähnlich anfühlt wie ein Herzinfarkt.

Psychologin Jia Chong zeigt, wie lange Ex-Gefühle bleiben

Eine aktuelle Studie der Psychologin Jia Chong von der University of Illinois Urbana-Champaign liefert erstmals konkrete Zahlen: Im Schnitt dauerte die vorherige Beziehung der 328 Befragten 4,6 Jahre, das Ende lag rund fünf Jahre zurück. Trotzdem hatten viele noch emotionale Bindungen zum früheren Partner – etwa das Bedürfnis, bestimmte Themen mit ihm zu besprechen. Die Auswertung ergab: Im Durchschnitt halbieren sich die Gefühle nach rund vier Jahren, nach etwa acht Jahren reagiert das Herz auf den Ex ähnlich neutral wie auf einen Fremden. Geschlecht oder eine neue Beziehung verkürzen diesen Prozess nicht automatisch.

Kontaktsperre und klare Grenzen als Turbo fürs Loslassen

Entscheidend für die emotionale Distanz ist der Kontakt – oder besser: dessen konsequente Reduktion. Experten empfehlen eine Kontaktsperre von mindestens 30 Tagen, um die emotionale Abhängigkeit zu durchbrechen. Dazu gehört: keine Anrufe, keine Nachrichten, kein „nur kurz“ auf Social Media nachsehen. Auch gemeinsame Freunde sollten in den ersten Wochen nicht als Informationsquelle dienen. Wer Benachrichtigungen stummschaltet, Fotos archiviert und Erinnerungsstücke wegräumt, entzieht dem Gehirn wichtige Trigger. Somit kann nach etwa zwei Wochen die heftigste Traurigkeit spürbar nachlassen.

Conscious Uncoupling und EMDR helfen beim Verarbeiten

Neben klassischer Kontaktsperre setzen immer mehr Menschen auf strukturierte Methoden. Das Coaching-Konzept „Conscious Uncoupling“ begleitet Verlassene rund sechs Wochen lang durch klar definierte Schritte: von der Akzeptanz des Beziehungsaus über das Auflösen von Schuldgefühlen bis hin zu neuen Zielen. Auch therapeutische Ansätze wie EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) kommen zum Einsatz, um belastende Erinnerungen neu zu verknüpfen. Symbolische Rituale – etwa schmerzhafte Gedanken aufschreiben und verbrennen – können zusätzlich entlasten. Wichtig bleibt dabei: Verantwortung für das eigene Leben übernehmen und Veränderung als unvermeidlichen Teil der Biografie akzeptieren.

Neue Aktivitäten und Support-Netzwerk geben Halt

Wer den Ex innerlich loslassen will, braucht neue emotionale Anker. Frische Routinen und Hobbys erleichtern den Perspektivwechsel: ein Instrument lernen, Joggen oder Tanzen, Malen, Töpfern, Koch- oder Fotokurse – alles, was neue Erfahrungen und Erfolgserlebnisse schafft. Sport setzt Glückshormone frei, eine stabile Morgenroutine stärkt das Wohlbefinden. Gleichzeitig spielt das Umfeld eine Schlüsselrolle: Freunde und Familie bieten emotionale Stabilität, planen gemeinsame Aktivitäten und erinnern daran, warum die Trennung auch Chancen eröffnet. Studien zeigen, dass Menschen, die aktiv an ihrer Heilung arbeiten, deutlich häufiger innerhalb eines Jahres wieder eine erfüllte Beziehung eingehen – mit gewachsenem Selbstwert und klareren Grenzen.