Einbrüche zählen bundesweit zu den kostenintensiven Alltagsdelikten, weil sie nicht nur Sachschäden, sondern auch erhebliche private Vermögensschäden verursachen. Nach Auswertungen der Polizei Nordrhein-Westfalen finden rund zwei Drittel aller Taten tagsüber statt, wenn viele Menschen arbeiten, einkaufen oder unterwegs sind. Besonders aktiv sind Täter zwischen 10 und 18 Uhr: Für den Zeitraum 10 bis 12 Uhr werden 13,6 Prozent der Vorfälle registriert, zwischen 12 und 14 Uhr 16,8 Prozent und von 16 bis 18 Uhr sogar 18,0 Prozent der Einbrüche. Auch der Wochentag spielt eine Rolle: Freitage und Samstage sind besonders auffällig, während sonntags weniger Fälle gemeldet werden.
Polizei NRW: Tagesstunden bergen das höchste Risiko
Die detaillierten Zeitstatistiken der Polizei NRW zeichnen ein klares Muster: Nachtstunden sind deutlich weniger betroffen als die Mittags- und frühen Abendstunden. Zwischen 0 und 6 Uhr entfallen zusammen nur gut 11 Prozent der Einbrüche, während allein der Block von 10 bis 20 Uhr mehr als 60 Prozent der Taten umfasst. Die Polizei hebt hervor, dass Täter gezielt Zeitfenster nutzen, in denen Wohnungen und Häuser typischerweise leer stehen. Besonders kritisch sind demnach die Abschnitte 12 bis 14 Uhr und 16 bis 18 Uhr mit zusammen knapp 35 Prozent aller Fälle. Für Eigentümer und Mieter bedeutet dies, dass Investitionen in Sicherheitstechnik vor allem an Fenstern, Terrassen- und Balkontüren wirtschaftlich sinnvoll sind, weil sie genau an den bevorzugten Einstiegspunkten ansetzen.
Einbruchschutz: Geringe Kosten, große Wirkung
Aus finanzieller Sicht sind einfache technische Nachrüstungen oft deutlich günstiger als ein späterer Schaden an Inventar und Gebäude. Einbrecher suchen den schnellsten Zugang – bevorzugt schlecht gesicherte Erdgeschossfenster, Terrassentüren, Keller- oder Nebeneingänge. Mechanische Zusatzsicherungen, geprüfte Sicherheitsbeschläge und einbruchhemmende Schließsysteme verzögern den Einstieg und machen Objekte weniger attraktiv. Ergänzend kommen Bewegungsmelder im Außenbereich sowie Zeitschaltuhren für Licht in Frage, um Anwesenheit zu simulieren. Die Polizei bietet vielerorts kostenlose Schwachstellenanalysen an, bei denen individuelle Empfehlungen zu mechanischem und elektronischem Schutz erarbeitet werden. Für Verbraucher sind diese Beratungen ein niedrigschwelliger Weg, gezielt und kosteneffizient zu investieren.
Hausratversicherung: Ersatz zum Wiederbeschaffungspreis
Kommt es trotz Vorsichtsmaßnahmen zum Einbruch, entscheidet die Hausratversicherung über die finanzielle Entlastung. Versichert ist das private Inventar – von Möbeln über Elektrogeräte und Kleidung bis zu Schmuck und Bargeld, letzteres jedoch nur bis zur vertraglich vereinbarten Entschädigungsgrenze. Erstattet wird der Wiederbeschaffungspreis, also der Betrag, der heute für gleichwertigen Ersatz nötig ist; er kann vom ursprünglichen Kaufpreis abweichen, so die Verbraucherzentrale Nordrhein‑Westfalen laut wmn.de. Zusätzlich werden Reparaturkosten für beschädigte Türen, Fenster und anderes Inventar übernommen. Voraussetzung ist eine zügige Anzeige bei der Polizei, eine formale Schadensmeldung beim Versicherer sowie eine möglichst vollständige Liste der entwendeten und beschädigten Gegenstände, idealerweise mit Fotos und Belegen.
Bargeld zu Hause: Finanzielle Risiken im Einbruchsfall
Viele Menschen heben weiterhin hohe Bargeldsummen ab: Im Schnitt 248 Euro pro Bankautomatengang in Deutschland, meldet die Europäische Zentralbank laut wmn.de. Eine Statista‑YouGov‑Umfrage zeigt, dass mehr als ein Drittel der Bevölkerung Bargeld zu Hause lagert – im Tresor, aber auch in Schränken, Umschlägen oder Küchenbehältern. Ein ehemaliger Einbrecher schildert im Gespräch mit der Sicherheitsfirma 180° Sicherheit, dass er „immer zuerst nach Bargeld“ gesucht habe; Garderobe, Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche standen dabei an erster Stelle. Standardverstecke wie Matratze, Sockenschublade oder Keksdose gelten bei Kriminellen als bekannt. Polizei und Verbraucherschützer raten daher, nur geringe Beträge in der Wohnung aufzubewahren und größere Summen auf Bankkonten oder in fest verankerten, zertifizierten Tresoren zu sichern, empfiehlt die Polizei Rheinland‑Pfalz.