Wer in zehn Jahren in Rente geht und schon im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung lebt, hat im Ruhestand einen großen Posten weniger. Wie das Statistische Bundesamt im Mikrozensus 2022 ausweist, leben 51,0 Prozent der Haushalte, die überwiegend von Rente oder Pension leben, im Eigentum.
Die übrigen zahlen Miete, im Schnitt 30,7 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens. Die durchschnittliche Altersrente liegt laut Deutscher Rentenversicherung bei 1.195 Euro im Monat (Ende 2025, Zahlbetrag vor Steuern). Eine Modellrechnung mit offengelegten Annahmen zeigt, wie groß der Vorteil des Eigenheims ist und wann er schrumpft. Alle Werte gelten in heutigen Preisen, Veränderungen bis 2036 sind nicht eingerechnet.
30,7 Prozent des Einkommens gehen bei Rentner-Mietern für die Miete drauf
Rentnerhaushalte zur Miete zahlten 2022 im Schnitt 7,90 Euro je Quadratmeter Bruttokaltmiete, also Kaltmiete plus kalte Nebenkosten. Das liegt unter dem Gesamtdurchschnitt von 8,70 Euro, weil viele ältere Mieter schon lange in ihrer Wohnung leben. Wer neu mieten muss, zahlt mehr: Haushalte, die 2019 oder später eingezogen sind, lagen laut Destatis im Schnitt 1,10 Euro je Quadratmeter über dem Durchschnitt. Das DIW hat zudem ermittelt, dass die Wohnkosten älterer Mieter seit 1996 um 101 Prozent gestiegen sind, die der Eigentümer um 77 Prozent.
Bei 100 Quadratmetern bleiben rund 554 Euro im Monat übrig
Eigentümer sparen die Kaltmiete, aber nicht alle Kosten. Von den 7,90 Euro je Quadratmeter gehen rund 1,21 Euro für kalte Betriebskosten wie Grundsteuer, Versicherung und Müll ab, die auch Eigentümer zahlen. Grundlage ist der Deutsche Mieterbund: 2,28 Euro Betriebskosten insgesamt im Jahr 2022, davon 1,07 Euro für Heizung und Warmwasser. Hinzu kommt die Instandhaltung. Das Modell der Immobilienwertermittlung rechnet für 2024 mit 13,80 Euro je Quadratmeter und Jahr, bei 100 Quadratmetern 115 Euro im Monat. Unterm Strich bleiben 554 Euro, das sind 46 Prozent der Durchschnittsrente. Bei 80 Quadratmetern sind es 443 Euro.
Bei 190.000 Euro Restschuld ist der Vorteil aufgezehrt
Entscheidend ist, ob das Haus bei Rentenbeginn abbezahlt ist. Ein Darlehen über 250.000 Euro mit 4 Prozent Zins und 2 Prozent anfänglicher Tilgung hat nach zehn Jahren noch eine Restschuld von rund 190.000 Euro, das sind 76 Prozent. Die 4 Prozent orientieren sich an den Bauzinsen, die Baufi24 im August 2026 mit rund 4 Prozent beziffert. Die Zinsen auf die Restschuld betragen 633 Euro im Monat und liegen damit über der Ersparnis von 554 Euro. Bei diesem Zinssatz ist der laufende Vorteil ab einer Restschuld von rund 166.000 Euro aufgebraucht, die Tilgung kommt noch hinzu. Schuldenfrei wäre das Beispiel nach zehn Jahren erst mit einer Rate von rund 2.570 Euro im Monat.
Instandhaltung kommt nicht gleichmäßig, sondern ruckartig
Der Modellwert von 13,80 Euro je Quadratmeter ist ein Durchschnitt über viele Jahre. Ein neues Dach oder eine neue Heizung kostet auf einmal mehr, als die Pauschale in einem Jahr ausweist. Ältere Eigentümer leben oft lange im selben Haus: 78 Prozent der Eigentümerhaushalte ab 65 Jahren wohnen laut Destatis seit mehr als 23 Jahren in ihrer Wohnung. Wer eine Rücklage für größere Arbeiten bildet, muss sie später nicht aus der laufenden Rente bezahlen.
Zehn Jahre vor Rentenbeginn lohnt der Blick in den Darlehensvertrag
Der Darlehensvertrag nennt die voraussichtliche Restschuld zum Ende der Zinsbindung und zeigt, ob Sondertilgungen möglich sind. Wer die Rate erhöht oder Sondertilgungen nutzt, senkt die Restschuld bis zum Rentenbeginn. Im Beispiel liegt der Vorteil gegenüber der Miete, solange die Restschuld unter etwa 166.000 Euro bleibt. Fragen zur Anschlussfinanzierung klärt die Bank, unabhängige Beratung bieten die Verbraucherzentralen. Offen ist, wie sich Zinsen und Mieten bis 2036 entwickeln.