Der Weg in den Arztberuf ist lang und anspruchsvoll: Für Humanmedizin ist meist ein sehr guter Abiturschnitt nötig, häufig liegt der NC bei 1,0. Alternativ kommen Medizinertest, Bundeswehr, private Hochschulen oder ein Studium im Ausland infrage. Das Studium dauert mindestens zwölf Semester und umfasst Vorklinik, Klinik und Praktisches Jahr. Dazu kommen Staatsexamina, Pflichtpraktika und am Ende die Approbation. Zugleich ist der Bedarf hoch: Viele Praxen nehmen keine neuen Patienten mehr an, offene Stellen für Mediziner sind daher in vielen Regionen gefragt, wie die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit zeigt.

98.750 Euro brutto im Jahr laut Gehaltsdaten

Beim Einkommen zählt der Arztberuf zu den Spitzenfeldern. Laut praktischarzt.de liegt das durchschnittliche Jahresgehalt bei rund 98.750 Euro brutto. Gleichzeitig fällt die Spanne zwischen den Karrierestufen deutlich aus.

Zum Einstieg arbeiten Absolventen meist als Assistenzärzte in Weiterbildung, später folgen Facharzt, Oberarzt und Chefarzt. Auch die Berufserfahrung spielt eine große Rolle, weil viele Kliniken nach Tarif bezahlen.

Auffällig ist zudem ein deutlicher Gehaltsabstand zwischen den Geschlechtern: Ärztinnen kommen im Schnitt auf etwa 81.750 Euro, Männer auf rund 112.000 Euro brutto jährlich.

Assistenzarzt 72.530 Euro, Chefarzt 197.400 Euro

In Krankenhäusern sind die Einkommen meist klar geregelt. Durchschnittlich verdienen Assistenzärzte 72.530 Euro brutto pro Jahr, Fachärzte 97.273 Euro und Oberärzte 111.961 Euro. Chefärzte liegen mit rund 197.400 Euro deutlich darüber, ihre Bezahlung ist oft außertariflich und individuell verhandelt.

Beim Einstieg gibt es je nach Träger ebenfalls Unterschiede: In Universitätskliniken liegt das monatliche Grundgehalt bei 5.626 Euro, in kommunalen Häusern bei 5.609,85 Euro und in privaten Kliniken am Beispiel Asklepios bei 5.430 Euro. Damit hängen Einkommen nicht nur von der Position, sondern auch vom Arbeitgebertyp ab.

Radiologie 1.103.000 Euro Reinertrag pro Praxis

Noch größer sind die Unterschiede in der Niederlassung. Bei Arztpraxen schwanken Einnahmen und Kosten je nach Fachgebiet, Standort, Arbeitszeit und Behandlungsart stark. Der durchschnittliche Reinertrag einer Praxis lag 2021 bei 323.000 Euro brutto.

Besonders hoch fällt er in der Radiologie aus: Dort bleiben im Mittel 1.103.000 Euro pro Praxis. In der Allgemeinmedizin sind es 292.000 Euro, bei Neurologen und Psychiatern 232.000 Euro. Ein Blick auf die Kosten zeigt die Spannweite: Radiologische Praxen erzielen zwar 2.836.000 Euro Einnahmen, haben aber auch 1.734.000 Euro Aufwendungen.

Frankfurt 100.000 Euro, Köln 88.400 Euro, München 84.500 Euro

Neben Fachrichtung und Position beeinflusst auch der Standort den Verdienst. Wie news.kununu.com berichtet, werden für Ärzte und Ärztinnen in Frankfurt am Main derzeit die höchsten Durchschnittsgehälter gezahlt: 100.000 Euro brutto im Jahr. Dahinter folgen Köln mit 88.400 Euro und München mit 84.500 Euro.

In Großstädten liegen die Einkommen damit oft über dem Niveau ländlicher Regionen, zugleich sind dort die Lebenshaltungskosten meist höher. Für Berufseinsteiger und wechselwillige Mediziner lohnt deshalb ein genauer Blick auf Tarifvertrag, Fachgebiet und Region, bevor sie sich für Klinik oder eigene Praxis entscheiden.