Wer ein Eigenheim plant, kann auf ein dichtes Netz staatlicher Unterstützung bauen – von Zuschüssen über zinsgünstige Darlehen bis zu Steuervorteilen. Neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) spielen das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die Bundesländer, Kommunen und sogar Kirchen eine Rolle. Ergänzt wird das Ganze durch klassische Förderinstrumente wie Bausparvertrag, Wohn-Riester und Wohnungsbauprämie. Entscheidend ist fast immer der richtige Zeitpunkt: Viele Programme verlangen den Antrag, bevor der erste Spatenstich erfolgt oder ein Kaufvertrag unterschrieben wird.

BAFA-Zuschüsse für Wärmepumpe, Solarthermie und Biomasse

Eine zentrale Säule der Förderung ist das BAFA. Die Behörde unterstützt vor allem bestehende Gebäude, wenn Hausbesitzer ihre Heizungsanlage modernisieren und auf erneuerbare Energien umstellen. Gefördert werden etwa Wärmepumpen, Solarthermie-Anlagen und Biomasse-Heizungen in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen oder Bonuszahlungen. Der Antrag muss direkt beim BAFA gestellt werden und vor Beginn der Maßnahme vorliegen. Neubauten profitieren nur in Ausnahmefällen, im Fokus steht die energetische Sanierung des Bestands und damit die dauerhafte Senkung des Energieverbrauchs.

KfW-Kredite für klimafreundlichen Neubau und Wohneigentum

Beim Neubau oder Ersterwerb eines Hauses ist die KfW die wichtigste Anlaufstelle. Für klimafreundliche Neubauten gibt es spezielle Förderkredite, die an den Effizienzhaus-Standard EH/EG 40 und das „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (QNG) gekoppelt sind. So werden besonders energieeffiziente Wohngebäude mit hohen Kreditbeträgen und vergünstigten Zinsen unterstützt. Familien mit Kindern und Alleinerziehende können zusätzlich von Programmen profitieren, die den Bau oder Erstkauf mit besonders günstigen Konditionen flankieren. Auch ohne Effizienzhaus-Standard hilft das Wohneigentumsprogramm der KfW beim Kauf oder Bau eines Eigenheims für Selbstnutzer.

Länder, Kommunen, Kirchen: Regionale Hilfen für Familien

Neben den bundesweiten Programmen existieren zahlreiche regionale Angebote. Die 16 Bundesländer vergeben über eigene Förderinstitute zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse, häufig gezielt an Familien mit Kindern und unter bestimmten Einkommensgrenzen. Städte und Gemeinden ergänzen dies durch vergünstigte Kredite, Zuschüsse, subventioniertes Bauland oder die Übernahme von Kindergartenbeiträgen. Weniger bekannt ist die Unterstützung durch Kirchen, die Familien mit Kindern über zinsverbilligte oder zinslose Darlehen und günstige Erbbau-Grundstücke entlasten. Welche Programme konkret infrage kommen, klären die jeweiligen Landesbanken, Kommunen, Bistümer oder Landeskirchen.

Bausparvertrag, Wohn-Riester und Steuervorteile für Eigentümer

Wer langfristig plant, kann über einen Bausparvertrag staatliche Fördermittel wie Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie nutzen. Voraussetzung sind bestimmte Einkommensgrenzen und Mindesteinzahlungen, damit der Staat einen prozentualen Zuschuss auf die Sparleistungen gewährt. Zusätzlich eröffnet Wohn-Riester die Möglichkeit, Riester-Zulagen und Steuervorteile direkt in den Hausbau, -kauf oder die Tilgung eines Darlehens zu lenken. Vor allem Familien und Geringverdiener profitieren, wenn sie die Immobilie selbst nutzen und langfristig halten. Für denkmalgeschützte Immobilien kommen darüber hinaus besondere Abschreibungsmöglichkeiten hinzu, die Modernisierungskosten über mehrere Jahre steuerlich absetzbar machen.