Vier Ziffern an einem Geldautomaten reichen, um über Ersparnisse, Kreditrahmen und Kontozugänge zu entscheiden. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wählen dabei Kombinationen, die leicht zu merken sind – und damit auch leicht zu knacken. Analysen geleakter Passwortlisten zeigen laut wmn, dass sich ein kleiner Pool an Standard-Zahlenfolgen auf Millionen Karten wiederholt, berichtet wmn.de. Für Täter genügt dann ein Blick auf die Handbewegung oder rudimentäres Wissen über eine Person, um mit wenigen Versuchen den Zugang zum Konto zu erhalten. Wer sein Guthaben schützen will, sollte seine Geheimzahl deshalb gezielt prüfen und im Zweifel ändern lassen.
1234 & Co.: Diese PIN-Kombinationen sind besonders unsicher
Ausgewertete Datensätze mit 3,4 Millionen bekannten Codes zeigen deutliche Häufungen bei bestimmten Zahlenreihen. Besonders verbreitet sind 1234 (10,713 %), 1111 (6,016 %) und 0000 (1,881 %), so wmn.de. Ebenfalls häufig vergeben werden 1212, 7777, 1004, 2000, 4444, 2222 oder 6969. Solche Muster sind für Angreifer naheliegende Kandidaten – sie gehören in vielen Betrugsfällen zu den ersten Versuchen an gestohlenen Karten. Hinzu kommen einfache Reihenfolgen wie 4321 oder symmetrische Codes wie 1010. Je bekannter eine Kombination in Statistiken auftaucht, desto größer das Risiko, dass sie mit wenigen Rateversuchen getroffen wird.
Geburtsdatum als PIN: Komfort mit hohem Missbrauchsrisiko
Besonders kritisch sind Codes, die auf persönliche Daten zurückgehen. Geburtsdaten der Karteninhaberin oder des Karteninhabers, von Kindern oder Partnern zählen laut Verbraucherschützern zu den ersten Vermutungen von Betrügern. In Zeiten sozialer Netzwerke sind solche Informationen oft öffentlich sichtbar oder lassen sich mit geringem Aufwand ermitteln. Eine PIN wie 1408 (14. August) oder 1985 (Geburtsjahr) wirkt individuell, ist aber für Dritte leicht herleitbar. Das Gleiche gilt für Hochzeitsdaten, Postleitzahlen oder die letzten Ziffern einer Telefonnummer. Banken raten deshalb zu Ziffernfolgen ohne direkten Bezug zu offensichtlichen Lebensdaten.
Sichere Alternativen: Seltene Kombinationen und clevere Eselsbrücken
Datenauswertungen zeigen auch, welche PINs extrem selten verwendet werden. Dazu zählen beispielsweise 8557, 9047, 8438, 0439 oder 9539, meldet wmn.de. Solche Zahlenfolgen bieten statistisch besseren Schutz, solange sie nicht aus sichtbaren Alltagsdaten abgeleitet sind. Damit die Geheimzahl trotzdem im Gedächtnis bleibt, empfehlen Experten Merktechniken statt Notizzettel. Eine Möglichkeit ist, vier Ziffern in eine kleine Geschichte einzubauen – etwa „ein Einzelkind und zwei Zwillinge, zusammen fünf Personen“ für 1225. Andere nutzen Melodien auf dem Tastenfeld oder Fantasie-Adressen, die nur im Kopf existieren. Wichtig ist, dass der Bezug für Außenstehende nicht erkennbar ist.
Alltagsregeln am Automaten: Verhalten schützt genauso wie die Zahl
Neben der Wahl des Codes spielt das Verhalten am Terminal eine große Rolle. Fachleute für IT-Forensik verweisen darauf, dass „die schwächste Stelle im System fast nie die Technik, sondern der Mensch mit seiner Routine“ ist, zitiert wmn.de. Empfohlen wird, das Tastenfeld immer mit der freien Hand zu verdecken, die PIN nie laut zu nennen oder weiterzugeben und unterschiedliche Zahlenfolgen für verschiedene Karten zu verwenden. Wer seine Banknummern regelmäßig auf ungewöhnliche Abbuchungen prüft und bei Verdacht umgehend die Bank kontaktiert, reduziert das Schadenpotenzial zusätzlich. Eine Änderung der Geheimzahl dauert nur wenige Minuten, kann aber teure Folgen verhindern.