Viele Frühstücksrituale belasten den Verdauungstrakt stärker als gedacht. Besonders problematisch wird es, wenn der Magen noch leer ist und kaum „Puffer“ gegen Säuren, Fette oder Alkohol vorhanden ist. Studien zeigen zudem, dass einzelne Gewohnheiten nicht nur kurzfristig Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit oder Blähungen auslösen, sondern langfristig Stoffwechsel und Darmgesundheit belasten können. Ernährungsexperten raten daher, empfindliche Produkte entweder zu meiden oder sie zumindest immer mit einer kleinen, gut verträglichen Basis zu kombinieren – etwa Brot, Haferflocken oder Nüsse.
Schwarzer Kaffee und Orangensaft: Säure pur am Morgen
Schwarzer Kaffee direkt nach dem Aufstehen kurbelt die Magensäureproduktion an und reizt die Schleimhaut. Eine britische Studie zeigte, dass starker Kaffee vor dem Frühstück den Blutzucker um rund 50 Prozent ansteigen ließ – ein Risiko für Heißhungerattacken und langfristig für Diabetes, meldet fitbook.de.
Auch Orangensaft und andere Zitrusfrüchte liefern viel Säure, die Magen und Speiseröhre reizen und Sodbrennen auslösen können. Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl empfiehlt, Zitrusfrüchte besser mit einer sättigenden Grundlage zu kombinieren, etwa Haferflocken oder Vollkornbrot, um die Säure zu puffern.
Hefegebäck und scharfe Würze: Gasbildung und Reizung
Croissants, Hefezopf oder Plunderteilchen klingen nach Genuss, führen auf leeren Magen aber häufig zu starker Gasbildung. Darmexperte Stefan Hillejan warnt in Focus, dass Hefegebäck Blähungen und Krämpfe verstärken kann und deshalb besser später am Tag gegessen wird.
Ähnlich kritisch sind stark gewürzte Speisen mit Chili, Pfeffer, Knoblauch, Zwiebeln oder Ingwer. Die enthaltenen Scharfstoffe wie Capsaicin oder Gingerol sind an sich gesund, können den ungeschützten Magen jedoch reizen und Sodbrennen, Brennen im Hals oder Durchfall fördern. Wer hier empfindlich reagiert oder bereits Magen-Darm-Erkrankungen hat, sollte erst eine kleine, milde Mahlzeit essen.
Joghurt, Rohkost und Kohlensäure: Vermeintlich leicht, oft schwer
Joghurt, Kefir und andere fermentierte Milchprodukte gelten als leicht und bekömmlich. Auf nüchternen Magen vernichtet die starke Magensäure jedoch viele Milchsäurebakterien, erläutert Ernährungswissenschaftler Uwe Knop gegenüber fitbook.de. Besser ist die Kombination mit Toast, Müsli oder Haferflocken.
Auch Rohkost wie Karotten, Paprika oder Radieschen sorgt bei vielen Menschen früh am Tag für Blähungen und Völlegefühl, weil die Ballaststoffe den Darm sehr rasch anregen.
Kohlensäurehaltige Getränke können zusätzlich zu einem geblähten Bauch führen und die Verdauung ausbremsen; vor allem Softdrinks mit Phosphorsäure gelten für den leeren Magen als ungünstig, berichtet chip.de.
Apfelessig-Trend und Alkohol: Wenn Risiken überwiegen
Apfelessig-Shots vor dem Frühstück werden in sozialen Medien oft als Schlankmacher gepriesen. Die konzentrierte Säure kann jedoch Speiseröhre und Magenschleimhaut reizen und Sodbrennen verstärken. Fachportale wie utopia.de raten deshalb, Apfelessig stets stark zu verdünnen und nur zusammen mit einer Mahlzeit zu trinken.
Deutlich gravierender sind die Folgen von Alkohol auf leeren Magen: Eine Auswertung von 347.591 Konsumenten ergab, dass bei Menschen, die ohne vorherige Mahlzeit trinken, das Risiko für Krebs im Magen-Darm-Trakt um rund zehn Prozent steigt, berichtet Focus. Aus gesundheitlicher Sicht ist Alkohol generell problematisch, auf nüchternen Magen aber besonders schädlich.