Ab 1. Mai 2026 sollen Benzin und Diesel für zwei Monate steuerlich entlastet werden. Geplant ist eine Senkung der Energiesteuer, die laut Handelsblatt rund 17 Cent brutto pro Liter an der Zapfsäule ausmachen soll. Die Maßnahme ist Teil eines Entlastungspakets der schwarz-roten Koalition nach den Preissprüngen infolge des Iran-Kriegs. Zusätzlich sollen Arbeitgeber eine steuer- und abgabenfreie Prämie von 1.000 Euro zahlen dürfen. Für Autofahrer ist vor allem eine Frage entscheidend: Wann sinken die Preise tatsächlich?

1. Mai startet, der Preis fällt oft später

Genau hier liegt der Haken. Der Rabatt greift zwar zum 1. Mai, doch die Entlastung dürfte vielerorts nicht punktgenau um Mitternacht sichtbar werden. Der Grund ist die Steuerlogik: Die Energiesteuer entsteht bereits dann, wenn Kraftstoffe Raffinerien oder große Tanklager verlassen. Was zu diesem Zeitpunkt schon unterwegs ist oder in Tanks lagert, wurde noch zum alten Satz versteuert. Im Gesetzentwurf wird deshalb ausdrücklich gewarnt, dass sich die Steuersenkung „verzögert und schleichend in den Verbrauchspreisen widerspiegelt“.

Alte Bestände bremsen den Tankrabatt

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie verweist darauf, dass Tankstellen zum Stichtag unterschiedlich stark mit bereits höher versteuertem Kraftstoff gefüllt sein werden. Laut Bild heißt es dazu: Die Tanks der Tankstellen werden am 1. Mai 2026 also in unterschiedlichem Umfang noch mit ‚normal versteuertem‘ Benzin und Diesel gefüllt sein.Damit ist klar: Der Effekt kann regional und je nach Station unterschiedlich schnell ankommen. Auch am Ende des Zeitraums dürfte es einen Übergang geben, weil dann bereits günstiger versteuerter Sprit in den Anlagen liegen kann.

Verband verspricht die Weitergabe der Steuer

Die Mineralölbranche versucht, Zweifel an der Wirkung des Modells zu dämpfen. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, sagte laut Frankfurter Rundschau: „Die Regierungspläne bedeuten eine Entlastung für Verbraucher und Wirtschaft. Allerdings ändert dies nichts an einer sich verschärfenden Knappheit an Mineralölprodukten weltweit und damit auch in Europa und Deutschland.“ Einen festen Preisrutsch kann der Verband trotzdem nicht zusagen. Rohölpreise, Nachfrage, Konkurrenz und geopolitische Risiken wirken parallel. Gegenwärtig seien zudem 20 Prozent der weltweiten Produkte – von Rohöl bis zu Fertigprodukten – nicht verfügbar.

1.000 Euro Prämie und ein sinnvoller Tankzeitpunkt

Neben dem Tankrabatt hat die Koalition noch eine zweite Entlastung beschlossen: Arbeitgeber sollen eine steuer- und abgabenfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro auszahlen dürfen. Beim Tanken selbst spricht vieles dafür, Preisvergleichs-Apps eng zu beobachten und die ersten Maitage nicht automatisch als günstigsten Zeitpunkt einzuplanen. Wer flexibel ist, kann einige Tage abwarten, bis alte Bestände abverkauft sind. Gerade bei längeren Fahrten lohnt es sich, Preise entlang der Strecke zu prüfen statt direkt zum Monatswechsel zu tanken.