Wer mit Girocard und PIN bezahlt, kann sich im Supermarkt bis zu 200 Euro auszahlen lassen. Abhebungen ganz ohne Einkauf plant die EU, ein verbindlicher Starttermin steht noch nicht fest.
Wer Bargeld braucht und keinen Geldautomaten findet, bekommt es in vielen Supermärkten an der Kasse. Das Verfahren heißt Cashback: Der Einkauf wird mit Karte und PIN bezahlt, zusätzlich zahlt der Händler Bargeld aus, meist bis zu 200 Euro. Wie der Handelsverband Deutschland erklärt, macht das Gesetz dafür keine Vorgaben zu Mindesteinkauf oder Höchstbetrag. Abhebungen ohne Einkauf sollen nach einer vorläufigen Einigung der EU künftig möglich werden, gelten aber noch nicht. Die Angaben gelten mit Stand Anfang Oktober 2026.
Bis zu 200 Euro pro Einkauf: Das gilt heute an der Kasse
Heute gibt es die Bargeldauszahlung im Supermarkt nur zusammen mit einem Einkauf. Rechtlich ist sie laut Handelsverband Deutschland im Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz als Ausnahme geregelt: Der Kunde bittet den Händler kurz vor der Zahlung ausdrücklich um Bargeld. Eine gesetzliche Mindestsumme für den Einkauf gibt es nicht, ebenso keine gesetzliche Obergrenze. Die Deutsche Kreditwirtschaft gibt für die Girocard 200 Euro vor. Die Grenze von 200 Euro ist damit eine Branchenvorgabe und kein Gesetz. Das Gesetz erlaubt den Service, schreibt ihn Händlern aber nicht vor.
Von 0,01 bis 20 Euro: Die Mindesteinkaufswerte unterscheiden sich
Wie viel eingekauft werden muss, legt jeder Händler selbst fest. Nach Angaben von kreditkartenfibel.de genügt bei Rewe ein Einkaufswert von 0,01 Euro nach Abzug von Leergutbons und Coupons, bei Lidl sind es 0,99 Euro, bei Aldi Nord ein Euro und bei Aldi Süd fünf Euro. Bei Edeka liegt der Wert je nach Markt häufig bei zehn oder 20 Euro. Ausgezahlt werden bei allen genannten Ketten meist bis zu 200 Euro pro Vorgang. Die Werte stammen aus einem Vergleichsportal und können je nach Markt abweichen.
Betrag nennen, Karte einstecken, PIN eingeben
Der Kunde informiert das Kassenpersonal vor dem Bezahlen, dass er zusätzlich Bargeld möchte, und nennt den Betrag. Danach bezahlt er mit Karte und PIN. Bei Rewe sind laut kreditkartenfibel.de Girocard, Visa und Mastercard möglich, einen Mindestauszahlungsbetrag und feste Auszahlungsschritte gibt es dort nicht. Eine Auszahlungsgebühr verlangt Rewe nach diesen Angaben nicht. Welche Karten andere Händler akzeptieren und ob sie Mindestbeträge für die Auszahlung festlegen, unterscheidet sich von Kette zu Kette.
Ohne Einkauf: Die EU erlaubt bis zu 150 Euro, aber noch gilt das nicht
Die EU hat sich am 27. November 2025 vorläufig darauf verständigt, dass Händler Bargeld auch ohne Kauf auszahlen dürfen. Laut Rat der EU sind dafür Chip und PIN nötig, die Obergrenze liegt bei 150 Euro. Der Rat betont, dass der Zugang zu Bargeld vor allem für Menschen in ländlichen Gebieten verbessert werden soll, die nicht leicht an einen Geldautomaten kommen. Es handelt sich um eine vorläufige politische Einigung, die noch förmlich angenommen werden muss. Ein verbindlicher Starttermin steht noch nicht fest. Bis dahin gilt weiter die bisherige Regelung mit Einkauf.
Wer Bargeld braucht, achtet auf die Hinweise an der Kasse und fragt vor dem Bezahlen nach Mindesteinkaufswert, Höchstbetrag und akzeptierter Karte.