Ab dem 1. Mai 2026 sollen Tickets im Fernverkehr für 12 Monate nicht teurer werden. Konzernchefin Evelyn Palla kündigte laut Bild am Sonntag an: „Vom 1. Mai an halten wir die Preise für ICE-Tickets ein Jahr lang stabil.“ Die Ankündigung kommt früher als üblich, denn Preisanpassungen wurden bislang meist erst im Herbst bekanntgegeben. Für Reisende ist das vor allem bei langfristiger Buchung relevant, weil eine zentrale Preisfrage damit bis Ende April 2027 geklärt ist.

ICE, IC und EC sind betroffen

Die Preisgarantie gilt für den Fernverkehr, also vor allem für ICE, Intercity und Eurocity. Dort kann der Konzern die Tarife selbst festlegen. Anders ist es im Regionalverkehr: Bei Nahverkehrszügen entscheiden häufig Verkehrsverbünde über die Preise. Das ist für Pendler wichtig, weil das Deutschlandticket und viele Verbundtickets von der jetzigen Zusage nicht erfasst sind. Laut t-online hatte das Unternehmen Ende 2024 die Flexpreise im Fernverkehr zuletzt um durchschnittlich 5,9 Prozent erhöht. Seitdem blieben die Tarife stabil.

Palla verknüpft den Schritt mit dem Umbau

Die Vorstandschefin verbindet den Preisstopp mit dem internen Umbau des Unternehmens. „Neustart bei der Deutschen Bahn heißt mehr Verantwortung übernehmen und neue Prioritäten setzen“, sagte Palla. Als Ziel nannte sie laut Focus, das Reisen bezahlbar zu halten und die Schiene als verlässliche Option zu stärken. Bemerkenswert ist auch der Zeitpunkt: Es ist bereits das zweite Mal unter ihrer Führung, dass auf eine Erhöhung verzichtet wird. Schon im Oktober 2025 waren Flex- und Sparpreise nicht angehoben worden.

Kritik kommt von Pro Bahn

Ganz ohne Widerspruch bleibt der Schritt nicht. Der Fahrgastverband Pro Bahn hält ein bloßes Einfrieren der Preise für zu wenig. Der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß sagte laut Stern, die Bahn müsse die Preise zumindest vorübergehend senken. Hintergrund der Kritik sind die bekannten Probleme mit Ausfällen und Verspätungen. Für Fahrgäste heißt das: Zwar bleibt ein weiterer Aufschlag aus, günstiger wird das Fernreisen aber zunächst auch nicht. Gerade bei häufigen Fahrten kann das einen Unterschied von mehreren hundert Euro im Jahr machen.

Bei Buchungen auf Tarifdetails achten

Für Reisende ergibt sich daraus vor allem ein praktischer Vorteil: Fernfahrten lassen sich für die nächsten 12 Monate besser kalkulieren. Wer regelmäßig beruflich oder privat mit ICE, IC oder EC unterwegs ist, kann Budgets nun verlässlicher planen. Trotzdem lohnt der Blick auf Tarifdetails, denn stabile Preise bedeuten nicht automatisch identische Endbeträge bei jeder Verbindung. Sparpreise, Auslastung, Zugbindung und Buchungszeitpunkt bleiben entscheidend. Sinnvoll ist daher, geplante Fahrten früh zu prüfen und Preisunterschiede zwischen Flexpreis und Sparpreis direkt zu vergleichen.