Leere Konten und steigende Alltagskosten treffen längst nicht nur Menschen mit sehr niedrigen Löhnen. Auch Haushalte mit geregeltem Einkommen geraten schneller an finanzielle Grenzen, wenn Miete, Lebensmittel und Energie einen großen Teil des Budgets binden. Für Verbraucher ist daher vor allem eine Frage relevant: Ab welchem Einkommen gilt ein Haushalt in Deutschland als armutsgefährdet? Die Antwort hängt nicht nur vom Verdienst ab, sondern auch von der Größe des Haushalts. Maßstab ist, ob weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung stehen, wie wmn.de berichtet.

1.446 Euro netto für Alleinlebende

Für 2025 liegt die Schwelle für armutsgefährdete Alleinlebende bei 1.446 Euro netto im Monat. Bei zwei Erwachsenen mit zwei Kindern unter 14 Jahren sind es 3.036 Euro. Wer darunter liegt, gilt statistisch als armutsgefährdet, wie mainpost.de berichtet. Ältere Vergleichswerte zeigen zudem, wie stark sich die Grenzen je nach Haushalt unterscheiden: 2021 lagen sie bei 1.074 Euro für Singles, 1.396 Euro für Alleinerziehende mit einem Kind unter 14 Jahren und 1.611 Euro für Paare ohne Kinder. Für größere Familien stiegen die Schwellen deutlich auf bis zu 3.007 Euro.

16,1 Prozent armutsgefährdet

Die Größenordnung ist erheblich: 2025 waren 16,1 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet, 21,2 Prozent galten als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Relative Armut bedeutet dabei nicht zwingend existenzielle Not. Anders als absolute Armut beschreibt sie die finanzielle Lage im Verhältnis zum mittleren Einkommen und bezieht soziale Teilhabe mit ein. Dazu zählen unter anderem Bildung, Wohnsituation und Zugang zur Gesundheitsversorgung. Für die private Finanzplanung ist das ein wichtiger Unterschied, weil selbst Erwerbstätige statistisch in diese Gruppe fallen können.

Alleinerziehende und Rentner besonders betroffen

Besonders hoch ist das Risiko bei Alleinerziehenden, Rentnern und kinderreichen Familien. Mehr als 41 Prozent der Alleinerziehenden sind von Armut bedroht, bei Erwerbslosen liegt der Wert mit 48,8 Prozent noch höher. Bei Menschen im Ruhestand ab 65 Jahren verfügt jede fünfte Person über höchstens 1.400 Euro Nettoäquivalenzeinkommen im Monat. Frauen sind im Alter besonders häufig betroffen, ihre Alterseinkünfte lagen 2025 im Schnitt 25,8 Prozent unter denen von Männern. Hinzu kommt: Im April 2025 galten rund 6,3 Millionen Arbeitsstellen als Niedriglohnjobs, was das Risiko in vielen Haushalten erhöht.

Studierende und Top-Verdiener im Vergleich

Auch Studierende tauchen in den Statistiken auffällig oft auf. 2021 waren 37,9 Prozent von ihnen von Armut betroffen, bei allein lebenden Studierenden oder Wohngemeinschaften nur mit Studierenden lag das Armutsrisiko sogar bei 76,1 Prozent. Zwei von fünf konnten ungeplante Ausgaben nicht stemmen. Auf der anderen Seite beginnt Reichtum nach der im Quelltext genannten Definition erst bei mehr als 250 Prozent des Medianeinkommens. Für Singles entspricht das einem monatlichen Nettoeinkommen von über 5.780 Euro. Die Spannweite zwischen Armutsgrenze und Wohlstand ist damit groß und für viele Haushalte finanziell spürbar.