Künstliche Intelligenz hält in vielen Unternehmen Einzug und übernimmt bereits heute Routineaufgaben, etwa beim Schreiben, Übersetzen oder Analysieren von Daten. In einigen Fällen wurden Tätigkeiten ganz durch automatisierte Systeme ersetzt. Parallel wächst jedoch die Nachfrage nach Fachkräften, die KI entwickeln, überwachen und sinnvoll einsetzen. Laut dem Global Risks Report 2024 des Weltwirtschaftsforums entstehen in den kommenden Jahren zusätzliche Stellen rund um Datenanalyse, Automatisierung und Robotertechnik. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Auswertung von Microsoft-Gesprächen mit dem Assistenten Copilot, dass zahlreiche Berufsprofile bislang kaum von KI erfasst werden und ihre Arbeitsplätze damit vorerst stabil bleiben, berichtet wmn.de.

Microsoft-Studie: 200.000 Copilot-Gespräche ausgewertet

Für die Untersuchung wurden über 200.000 anonymisierte Chats von US-Nutzerinnen und Nutzern mit Microsoft Copilot ausgewertet. Daraus entstand ein Automatisierungs-Score, der abbildet, wie stark KI einzelne Tätigkeiten bereits unterstützt, meldet nextpit.de. Ganz vorn liegen Informations- und Kommunikationsberufe: Übersetzerinnen und Übersetzer erreichen einen Wert von 0,49, Historikerinnen und Historiker 0,48. Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter kommen auf 0,47, Vertriebsmitarbeitende im Dienstleistungssektor auf 0,46. Schriftstellerinnen und Autoren liegen mit 0,45 ebenfalls weit oben. Die Studie betont ausdrücklich, dass ein hoher Wert nicht das Ende eines Berufs bedeutet, sondern signalisiert, wie stark Teilaufgaben heute schon automatisiert unterstützt werden können.

Informationsberufe: Hoher KI-Einsatz, aber kein Massenwegfall

Die Liste der Berufe mit hoher KI-Eignung umfasst vor allem Tätigkeiten mit viel Text, Beratung und digitaler Kommunikation. Kundendienstpersonal etwa erreicht einen Wert von 0,44, CNC‑Werkzeugprogrammierer 0,44, Telefonistinnen und Telefonisten 0,42. Ticket-Agenturen, Reisebüros, Börsenhandel, Journalismus, technische Redaktion sowie Datenwissenschaft und Webentwicklung liegen meist zwischen 0,35 und 0,41. So warnt die Auswertung ausdrücklich davor, diese Zahlen mit unmittelbaren Jobverlusten gleichzusetzen. Vielmehr können Beschäftigte KI nutzen, um monotone Aufgaben auszulagern und sich auf anspruchsvollere Tätigkeiten zu konzentrieren – etwa individuelle Kundenberatung, strategische Entscheidungen oder kreative Konzeption.

Handwerk, Pflege, Betreuung: Geringe Automatisierungswerte

Auf der anderen Seite stehen zahlreiche Berufe, die aktuell kaum automatisierbar sind. Baggerfahrer, Brücken- und Schleusenwärter oder Betreiber von Wasseraufbereitungsanlagen erreichen einen Automatisierungs-Score von 0,00. Ebenso fallen Pfahlrammenführer, Gießereiformbauer oder Parkettschleifer in diese Gruppe. Nur minimal betroffen sind zudem Gesundheits- und Sozialberufe: Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger liegen bei 0,01, chirurgische Assistenzen ebenfalls bei 0,01, Pflegehilfen bei 0,03. Auch Dachdecker, Zimmermädchen, Reinigungskräfte, Zementmischer, Straßenwärter sowie viele Produktionshelfer und Anlagenoperatoren verzeichnen sehr niedrige Werte. Ausschlaggebend sind körperliche Präsenz, manuelle Fertigkeiten und direkter menschlicher Kontakt – Bereiche, in denen KI bislang kaum eingreifen kann.

Was Beschäftigte jetzt tun können

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die Entwicklung: Ein Beruf mit hohem KI-Score ist nicht automatisch gefährdet, aber Aufgabenprofile verändern sich. Wer in Vertrieb, Journalismus, PR oder Datenanalyse arbeitet, sollte sich gezielt im Umgang mit KI-Tools weiterbilden – von Text- und Bildgeneratoren bis zu Assistenten wie Copilot. Im Handwerk, in Logistik, Gastronomie, Medizin und Pflege lohnt es sich, digitale Kompetenzen aufzubauen, etwa für vernetzte Maschinen, Routenplanung oder elektronische Dokumentation. Wer diese Unterstützung nutzt, steigert Produktivität und Beschäftigungssicherheit. Zudem droht das eigentliche Risiko eher jenen, die sich einer Zusammenarbeit mit intelligenten Systemen grundsätzlich verweigern – denn ersetzbar wäre dann vor allem der Mensch, der digitale Hilfen gar nicht einsetzt.