Das Altersvorsorgedepot soll am 1. Januar 2027 starten und verbindet staatliche Zulagen mit Wertpapieranlage. Bei einer Sparrate von 100 Euro im Monat kommen pro Jahr 1.200 Euro vom Sparer und 390 Euro Grundzulage hinzu, sodass 1.590 Euro investiert werden. Wie Finanzen.net berichtet, ergibt sich bei 30 Jahren Laufzeit und 5 Prozent Rendite nach Kosten daraus ein Depotwert von 110.900 Euro. Eingezahlt werden dabei 36.000 Euro, weitere 74.900 Euro stammen aus Zulagen und Wertzuwachs. Für Verbraucher ist damit vor allem eine Frage zentral: Wie weit trägt die Förderung tatsächlich?

32,5 Prozent Förderung bei 100 Euro Monatsrate

Die Grundzulage folgt einem festen Schema. Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag kommen 50 Cent je Euro, auf die restlichen 840 Euro 25 Cent. So entsteht bei 1.200 Euro Jahresbeitrag eine Förderquote von 32,5 Prozent. Mit zwei Kindern steigt die Zulage deutlich, weil je Kind bis zu 300 Euro zusätzlich möglich sind. Dann fließen bei gleicher Eigenleistung 2.190 Euro pro Jahr ins Depot. Zusätzlich können Eigenbeitrag und Zulagenanspruch als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Bei 1.200 Euro Eigenleistung fällt der zusätzliche steuerliche Effekt aber vergleichsweise klein aus.

Nach 15 Jahren arbeitet der Zinseszins stärker

Die Modellrechnung zeigt nicht nur den Endwert, sondern auch den Verlauf. Nach zehn Jahren stehen 21.000 Euro im Depot, nach 20 Jahren 55.200 Euro und nach 30 Jahren 110.900 Euro. Ab dem 15. Jahr ist der jährliche Wertzuwachs größer als die laufenden Einzahlungen von Sparer und Staat zusammen. Ab dem 25. Jahr liegt der aufgelaufene Renditegewinn über der Summe aller Einzahlungen. Das begünstigt lange Laufzeiten stärker als hohe Anfangsraten. Im Beispiel mit zwei Kindern kommt die Rechnung auf 142.700 Euro nach 30 Jahren, wenn die Kinderzulage 18 Jahre lang fließt.

150 Euro im Monat markieren eine wichtige Grenze

Höhere Sparraten erhöhen zwar den Depotwert, die Förderlogik ändert sich aber. Bei 150 Euro im Monat steigen Eigenbeitrag und Grundzulage auf 1.800 beziehungsweise 540 Euro pro Jahr. Nach 30 Jahren läge der Depotwert dann bei 163.200 Euro. Bei 200 Euro monatlich wären es 205.100 Euro, bei 250 Euro 247.000 Euro. Ab 1.800 Euro Eigenbeitrag jährlich bleibt die Grundzulage jedoch bei 540 Euro gedeckelt. Oberhalb dieser Schwelle fließt zusätzliches Geld ohne weitere Grundförderung in den Vertrag und bleibt trotzdem bis zum Rentenalter gebunden.

Plattformen entscheiden über Eltifs im Wahldepot

Für Anbieter stellt sich neben der Förderung die Frage, welche Produkte überhaupt in die Vorsorgeverträge kommen. Laut Dasinvestment entscheidet beim Altersvorsorgedepot die Trennung von Plattform und Produkt wesentlich über den Marktzugang. Zertifiziert wird der Vertrag, nicht das einzelne Anlageprodukt; Plattformanbieter legen das Anlageuniversum fest. Das Bundesfinanzministerium hat für das Standarddepot einen gesetzlichen Kostendeckel von 1,0 Prozent vorgesehen. Für Sparer bleibt damit ein doppelter Prüfpunkt: Welche Produkte die jeweilige Plattform zulässt und ob sich Einzahlungen oberhalb der Fördergrenze eher im Vorsorgevertrag oder in einem normalen Depot lohnen. Hinzu kommt, dass Auszahlungen später voll als Einkommen versteuert werden.