Heißluftfritteusen gelten als fettärmere Alternative zur klassischen Fritteuse – doch viele Geräte landen im Alltag als Enttäuschung auf der Arbeitsplatte. Häufig liegt das nicht an der Technik, sondern an typischen Bedienfehlern. Wer den Korb überlädt, stark wasserhaltige Lebensmittel falsch vorbereitet oder Backpapier und Alufolie ungeeignet einsetzt, riskiert nicht nur labbrige Pommes, sondern auch Sicherheitsprobleme. Wir zeigen, an welchen Stellen es in der Küche hakt und mit welchen einfachen Anpassungen sich Qualität, Hygiene und Sicherheit deutlich verbessern lassen.
Korb nicht überfüllen und Feuchtigkeit begrenzen
Airfryer arbeiten mit zirkulierender Heißluft. „Ist der Korb zu voll beladen, kann die Luft nicht mehr effektiv verteilt werden, was zu ungleich gegarten Lebensmitteln und zu einem weniger knusprigen Ergebnis führt“, erklärt Ernährungsexpertin Elisabeth van Thiel von der Verbraucherzentrale NRW laut Focus.
Kochbuchautor Christian Henze rät zusätzlich, den Garkorb maximal zur Hälfte zu füllen und ihn zwischendurch zu schütteln, damit alle Stücke gleichmäßig bräunen. Ein weiterer Knackpunkt ist Feuchtigkeit: Lebensmittel in sehr nassem Teig oder Gemüse mit hohem Wasseranteil neigen im Luftstrom dazu, matschig zu werden, weil austretendes Wasser eher dämpft als backt. Vor dem Garen abtupfen und nur sparsam mit Öl benebeln verbessert Struktur und Bräunung deutlich.
Backpapier und Alufolie: Brandgefahr und Gesundheitsaspekte
Viele Nutzer legen Backpapier oder Aluminiumfolie vollflächig in den Korb, um die Reinigung zu erleichtern. „Backpapier kann verwendet werden, allerdings sind die meisten Geräte antihaftbeschichtet, sodass eigentlich kein Backpapier notwendig ist“, erklärt van Thiel. Laut n-tv.de kann die Abdeckung die Luftzirkulation bremsen, das Ergebnis wird weniger kross.
Zudem droht Brandgefahr: Unbeschwertes Papier oder lockere Folie können nach oben wirbeln und an den Heizelementen Feuer fangen. Wer nicht darauf verzichten will, sollte Zuschnitte nur unter beschwerten Lebensmitteln verwenden und diese erst nach dem Vorheizen einsetzen.
Bei Alufolie kommt ein weiterer Punkt hinzu: In Verbindung mit salzigen oder sauren Zutaten können Aluminium-Ionen ins Essen übergehen – ein Risiko, das die Expertin als vermeidbar einstuft.
Acrylamid, Kerntemperatur und Ölsprays im Blick behalten
Stärkehaltige Produkte wie Pommes, Fischstäbchen oder Aufbackbrötchen dürfen im Airfryer nicht zu dunkel geraten. Van Thiel empfiehlt „Vergolden statt verkohlen“, da sich ab etwa 120 Grad Acrylamid bildet, ein unerwünschter Prozessstoff, wie chip.de meldet.
Schonende Garprogramme mit moderater Temperatur und kürzeren Zeiten reduzieren diesen Stoff. Gleichzeitig spielt Lebensmittelsicherheit eine Rolle: Geflügel und Hackfleisch benötigen mindestens 70 Grad Kerntemperatur für rund zwei Minuten. Ein Stichthermometer bietet hier die größte Sicherheit.
Wer keines besitzt, sollte auf klaren Fleischsaft und sich leicht vom Knochen lösendes Geflügelfleisch achten. Technikredaktionen warnen zudem vor Aerosol-Ölsprays auf antihaftbeschichteten Körben, weil Treibmittel klebrige Rückstände hinterlassen und die Beschichtung schädigen können.
Regelmäßige Reinigung schützt Gerät und Geschmack
Alte Fettreste im Garkorb sind nicht nur unappetitlich, sie verändern auch die Zusammensetzung der Fette. „Wird der Airfryer nicht regelmäßig von altem Fett gereinigt, können durch das mehrfache Aufheizen des Fetts ungesunde trans-Fettsäuren entstehen“, warnt van Thiel laut Focus.
Zwar ist das Risiko bei klassischen Fritteusen höher, doch auch beim Luftgaren empfiehlt sie, den Garraum nach jedem Einsatz zu säubern. Eingebrannte Rückstände können zu Rauchentwicklung führen, das Material angreifen und den Luftstrom behindern.
Warmes Spülwasser, weiche Schwämme und gründliches Trocknen reichen in der Regel aus. Wer zusätzlich Silikon- oder Metallformen nutzt, kann Marinaden und Saucen auffangen und verhindert, dass fettreiche Flüssigkeiten direkt in den Heizbereich gelangen – ein Plus für Langlebigkeit und Geschmack.