Die Zahl der Altersrenten in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Ende 2025 wurden rund 19,1 Millionen Altersrenten gezahlt, die Ausgaben der Deutschen Rentenversicherung lagen bei 301,4 Milliarden Euro. Damit entfielen rechnerisch knapp 23 Prozent der Bevölkerung auf diesen Bereich, denn in Deutschland lebten zu diesem Zeitpunkt rund 83,5 Millionen Menschen. Im Jahresdurchschnitt standen dem etwa 46,0 Millionen Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland gegenüber, wie t-online.de berichtet. Für die Debatte um Rentenfinanzierung, Eintrittsalter und private Vorsorge liefern die neuen Zahlen damit reichlich Stoff.

926.000 Neurentner im Jahr 2025

Im vergangenen Jahr erhielten rund 926.000 Menschen erstmals eine Altersrente. Das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotzdem stieg die Gesamtzahl weiter an, weil die Menschen im Schnitt länger leben. Rüdiger Herrmann, Vorsitzender der DRV-Vertreterversammlung, mahnte politische Verlässlichkeit an. „Für einen Großteil der Haushalte ist die Rente die wichtigste und verlässlichste Einkommensquelle im Alter. Das darf die Politik nicht aus den Augen verlieren", so Rüdiger Herrmann laut berliner-zeitung.de. Für Verbraucher ist das vor allem deshalb relevant, weil sich an der gesetzlichen Rente für viele Haushalte die gesamte Einkommensplanung im Ruhestand orientiert.

30 Prozent starten mit dauerhaften Abschlägen

Auffällig ist der hohe Anteil vorgezogener Renten. Rund 30 Prozent aller neu beginnenden Altersrenten waren 2025 mit Abschlägen verbunden. Im Durchschnitt wurden diese Renten etwa 33 Monate vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen. Die gesetzliche Kürzung beträgt 0,3 Prozent je Monat des früheren Starts, maximal 14,4 Prozent. Diese Minderung gilt dauerhaft. Wer einen frühen Rentenbeginn plant, muss die finanziellen Folgen deshalb langfristig einrechnen. Besonders häufig wurde die Rente für langjährig Versicherte genutzt, die nach 35 Versicherungsjahren möglich ist, bei vorzeitigem Bezug aber ebenfalls gekürzt wird.

238.000 neue Renten für langjährig Versicherte

Die Zahl der erstmaligen Bezüge dieser Rentenart stieg 2025 auf 238.000 nach 225.000 im Vorjahr. Zugleich sank die Zahl der Menschen, die regulär in die Regelaltersrente eintraten. Sie lag nur noch bei 356.000 und damit 5,8 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Nach Angaben der Rentenversicherung ist der Anteil vorzeitiger Ruhestände langfristig dennoch gesunken. 2011 lag er noch bei 48 Prozent, damals begann der vorgezogene Ruhestand im Schnitt 36 Monate vor der Altersgrenze. Für künftige Rentner lohnt sich daher ein genauer Blick auf Versicherungsjahre, frühestmöglichen Rentenstart und die Höhe möglicher Einbußen.

Regelaltersgrenze steigt bis auf 67 Jahre

Die Regelaltersgrenze wird seit 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Für den Jahrgang 1959 lag sie 2025 bei 66 Jahren und zwei Monaten. Für alle ab 1964 Geborenen gilt später die Grenze von 67 Jahren. Auch die Altersgrenze für besonders langjährig Versicherte steigt schrittweise von 63 auf 65 Jahre. Derzeit arbeitet die Rentenkommission an neuen Vorschlägen; diskutiert wird auch, ob Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt erhöht werden. Wer kurz vor dem Ruhestand steht, sollte daher die eigene Rentenauskunft prüfen und verschiedene Eintrittszeitpunkte sorgfältig durchrechnen.