Das Gehalt von Lehrkräften fällt in Deutschland sehr unterschiedlich aus. Schon beim Berufseinstieg liegen zwischen den Ländern große Netto-Abstände. In Bayern gibt es für Beamte in A13 rund 3.706 Euro netto, Rheinland-Pfalz liegt mehr als 500 Euro darunter, wie wmn berichtet. Noch deutlicher wird der Unterschied beim Beschäftigungsstatus: Angestellte im TV-L kommen zum Einstieg nur auf rund 2.673,60 Euro netto. Für Verbraucher mit Interesse an Berufswahl, Familienfinanzen oder Karriereplanung ist damit klar: Nicht nur die Ausbildung, auch der Dienststatus prägt das spätere Einkommen.
Bayern vorn, TV-L deutlich darunter
Neben dem Wohnort wirkt sich auch die Schulform auf das Einkommen aus. Wer am Gymnasium unterrichtet, verdient häufig mehr als Lehrkräfte an Grundschulen; laut wmn kann der Abstand über 5.000 Euro im Jahr betragen. Einige Länder gleichen das inzwischen an und heben Grundschullehrkräfte schrittweise auf A13. International sind deutsche Lehrkräfte laut den im Quelltext zitierten Angaben zwar ordentlich bezahlt, im Inland bleibt das Gefälle aber erheblich. Für die Haushaltsplanung im Berufsstart ist deshalb ein genauer Blick auf Besoldungsgruppe, Land und Anstellungsart wichtiger als allgemeine Durchschnittswerte.
Schleswig-Holstein plant Plus von 3,2 bis knapp 5 Prozent
Neue Bewegung kommt nun durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Beamtenbesoldung. Schleswig-Holstein will die Bezüge 2025 rückwirkend erhöhen: in A6 bis A15 sowie mehreren weiteren Gruppen um 3,2 Prozent, mindestens aber um etwa 125 Euro. Ab A16 sind Steigerungen von bis zu knapp fünf Prozent vorgesehen. 2026 sollen weitere vier Prozent folgen, 2027 noch einmal 3,8 Prozent. Dazu kommen höhere Familienergänzungszuschläge. Finanzministerin Silke Schneider erklärte dazu: „Die Besoldungs- und Versorgungsanpassungen sind verfassungsrechtlich geboten", laut news4teachers.
4.500 angestellte Lehrkräfte gehen leer aus
Das Kernproblem: Von diesen Nachbesserungen profitieren nur verbeamtete Lehrkräfte. Tarifbeschäftigte, die dieselben Klassen unterrichten und ähnliche Aufgaben übernehmen, sind nicht Teil dieses Systems. In Schleswig-Holstein arbeiten nach Angaben der GEW mehr als 4.500 angestellte Lehrkräfte bei insgesamt rund 34.000 Lehrerinnen und Lehrern. Hinzu kommt ein weiterer Unterschied bei der Arbeitszeit: Sie arbeiten dort auf Basis einer 41-Stunden-Woche statt 38,7 Stunden, obwohl für Tarifbeschäftigte im übrigen öffentlichen Dienst kürzere Zeiten gelten. Das verschärft den finanziellen Abstand zusätzlich.
Kerstin Quellmann fordert Ausgleich bei Zeit und Geld
Die GEW warnt deshalb vor Folgen für Schulen mit Personalengpässen, denn gerade dort ist der Anteil angestellter Lehrkräfte laut den Angaben besonders hoch. „Wir fordern für unsere tarifbeschäftigten Kolleginnen das ein, was im restlichen öffentlichen Dienst eine Selbstverständlichkeit ist: Auch bei Lehrkräften muss die geringere Arbeitszeit für Tarifbeschäftigte gelten. Mehr arbeiten, trotz weniger Geld, bedeutet Frust ohne Ende!“, so Kerstin Quellmann laut news4teachers. Auch Hessen und Brandenburg arbeiten an Anpassungen der Besoldung. Für Bewerber in den Schuldienst wird damit noch wichtiger, nicht nur auf das Brutto zu schauen, sondern auf Netto, Status und Wochenarbeitszeit.