• Lucy Hellenbrecht spielt „Nici“ bei „Rote Rosen“
  • Es ist die erste Trans*-Rolle in der Serie
  • Im Interview mit „Promipool“ spricht sie über ihre Erfahrungen am Set

Seit Mai 2022 steht Lucy Hellenbrecht (23) als „Nici“ bei „Rote Rosen“ vor der Kamera. Lucy ist, genau wie „Nici“, trans* – für die Telenovela ein ganz neues Thema. „Promipool“ hat die Schauspielerin im Interview gefragt, ob sie deshalb auch an ihrem Charakter mitarbeiten durfte.

Also an meinem Charakter generell durfte ich nicht mitarbeiten, sonst wäre ich garantiert keine Pferdewirtin geworden (lacht). Alles, was um das Thema geht, Dinge aus meiner Vergangenheit, die Namensänderung, die Schritte, die man bewältigen muss – wenn mir da schreiberische Fehler auffallen, dann darf ich die anmerken und korrigieren. Da läuft wirklich alles richtig ab, weil ich da auch noch mal ein Wörtchen mitreden darf“, so sie 23-Jährige.

Im Interview: Lucy Hellenbrecht über ihre Arbeit bei „Rote Rosen“

Weiter stellte „Rote Rosen“-Star Lucy Hellenbrecht klar, dass sie auch eigene Erfahrungen in ihre Darstellung einfließen lässt: „Ja, klar. Es war mir und auch den Autoren unglaublich wichtig, dass wir in der Serie nur thematisieren, was wirklich im Leben einer Trans*-Person eine Rolle spielt.“

Sie ergänzte: „Wir bauen das Thema auch nicht unnötig in Situationen ein. Aber klar, wenn wir Dating- und Liebesgeschichten erzählen, dann spielt das eine Rolle. Was sagt man da zum Partner? Wie gehe ich damit um? Wie geht der Partner damit um? Das sind reale Probleme und deswegen sprechen wir darüber.“

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„Nici“ (Lucy Hellenbrecht) und „Finn“ (Lucas Bauer) bei „Rote Rosen“

Tatsächlich hat sie der Dreh einiger Szenen schon sehr bewegt: „Es ist natürlich auch immer drehbuchmäßig angedacht, dass in solchen Szenen Emotionen kommen. Aber wenn das Thema so nah an dem eigenen Leben dran ist, dann kommt das auch manchmal von ganz allein“, so Lucy.

Und weiter: „Gerade weil meine Kollegen ja auch sehr gute Schauspieler sind, kauft man ihnen das in dem Moment auch leider ab. Und wenn man dann vor der Kamera beleidigt oder abgelehnt wird und traurig darüber sein soll, dann kommt das von ganz alleine. Das weckt ja auch die Erinnerungen.“

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Die ehemalige GNTM-Kandidatin erinnerte sich da auch an eine ganz bestimmte Szene: „Es gab bei uns auf dem Gutshof, wo 'Nici' arbeitet, eine Szene, wo ich mich vor meinem Freund geoutet hatte und er nimmt Abstand von mir. Dann stehen wir uns am Gutshof gegenüber und er sagt zu mir: ‚Ich stehe nicht auf Typen.‘ Und wenn du das von einem guten Schauspieler richtig ins Gesicht geknallt bekommst, dann muss man nicht wirklich spielen. Aber dann ist die Szene vorbei und man hat danach auch wieder gute Laune.“

Lucy erklärte auch, dass einige ihrer Co-Stars Angst gehabt hätten, sie würde ihnen die Aussagen ihrer Figuren übel nehmen: „Ich habe auch sehr viele Kollegen, die sich Sorgen gemacht haben. Die meinten: ‚Oh Gott, ich will nicht, dass du denkst, ich meine das wirklich so!‘ Also, es sind alle sehr besorgt.“

Insgesamt fühle sich Lucy Hellenbrecht sehr sicher dabei, die erste Trans*-Frau bei „Rote Rosen“ zu verkörpern: „Ich weiß dadurch, dass ich diese Aufklärungsarbeit wirklich schon seit Jahren mache und für Toleranz und Aufklärung werbe, dass ich dem gewachsen bin. Ich habe mich gut damit gefühlt, dass ich eine der ersten bin. Ich habe auch die Selbstsicherheit, dass ich das richtig machen werde, dass ich da keine Fehler machen werde und dass ich das Thema nicht falsch verkaufen werde.“